WM 2026

Was hinter dem Skandal um den Freispruch von US-Stürmer Balogun steckt

Bild: Jamie Squire/Getty Images

Folarin Balogun darf trotz Roter Karte im Sechzehntelfinale nun im Achtelfinale der USA gegen Belgien auflaufen. Was hinter dem FIFA-Skandal steckt.

Für die WM 2026 und den Fußball ist es eine absolute Katastrophe, nur die Amerikaner freuen sich: Obwohl Stürmer Folarin Balogun im Achtelfinale gegen Bosnien-Herzegowina die Rote Karte sah, darf er Stand jetzt im Achtelfinale der WM 2026 gegen Belgien spielen.

Die FIFA wandelte die Strafe in eine Bewährungsstrafe um und beruft sich dabei auf einen besonderen Paragrafen. Allerdings machte sie allen Teams in einem Schreiben vor der WM 2026 klar, dass eine Rote Karte zwingend eine Sperre von einem Spiel nach sich zieht.

Als Auslöser dieses Skandals, der die Grundfesten des Fußballs erschüttert, wird nun ein Anruf von US-Präsident Donald Trump bei FIFA-Boss Gianni Infantino genannt. Das ist korrekt, doch es steckt mehr dahinter als nur ein Anruf.

FIFA gibt neue Leitlinien vor

Es geht zunächst darum, dass die FIFA bei diesem Turnier grundsätzlich wollte, dass vor allem die Stars der WM 2026 – und dazu gehört mittlerweile auch US-Torjäger Balogun – nach Möglichkeit in keinem Spiel fehlen. Deshalb legte man fest, dass nach der Gruppenphase alle Gelben Karten gestrichen werden – ebenso nach dem Viertelfinale. Um schon mal Sperren durch zwei Gelbe Karten im Laufe des Turniers zu verhindern.

Ein weiterer Punkt: Die Schiedsrichter wurden angewiesen, das Spiel laufen zu lassen. Viele Fouls werden deshalb gar nicht geahndet, da dies oft eine Strafkarte zur Folge hätte. So beging Lionel Messi in der Gruppenphase ein ähnlich unabsichtliches, aber schweres Foul wie Balogun gegen Bosnien. Weder der Schiedsrichter noch der VAR griffen ein.

Die Amerikaner hatten nun in gewisser Weise Pech, dass der VAR dieses Mal diese FIFA-Linie durchkreuzte. Daher fühlen sich die Amerikaner ungerecht behandelt.

Hinzu kommt, dass die FIFA den Paragrafen für Balogun auch schon bei Cristiano Ronaldo angewendet hat. Der Portugiese hatte im Winter eine Rote Karte erhalten, von seinen drei Spielen Sperre wurden aber zwei zur Bewährung ausgesetzt. So konnte Ronaldo ganz normal in die WM 2026 starten.

Kurzfristige Entscheidung bei Balogun

Das Problem bei Balogun ist nun, dass der Paragraf während des Turniers sehr kurzfristig angewendet wird und nicht einmal ein Spiel Sperre abgesessen werden muss.

Hier kommt nun US-Präsident Donald Trump ins Spiel. Man muss wissen, dass Trump und Infantino regelmäßig im Austausch sind – und oft über die WM 2026 sprechen. Das gelangt meist nicht an die Öffentlichkeit. Dieses Mal hatte Trump aber ein besonderes Anliegen, denn der Präsident ist ein großer Sportfan, und seine Wahlerfolge sind zu einem erheblichen Teil auch auf seine Sportaffinität zurückzuführen.

Trump hat registriert, dass die USA nun komplett im WM-Fieber stecken. Rekord-Einschaltquoten, riesige Stimmung, zahlreiche Public Viewings im ganzen Land: Der Soccer begeistert die USA. Beim letzten Spiel gegen Bosnien war die Nation deshalb geschockt, als Balogun die Rote Karte sah.

Megastars aus Basketball (James) und Football (Brady) beschwerten sich über diese harte Entscheidung via Social Media. Trump spürte, dass dies eine sensible Angelegenheit für die Amerikaner ist und inszenierte sich nun als Beschützer. Auf seinen Social-Media-Kanälen rühmte er sich dafür, sich für Balogun eingesetzt zu haben.

Eine kleine Chance, dass Balogun doch nicht spielt, gibt es dennoch. Belgien hat erneut Einspruch bei der FIFA eingelegt. Das Urteil steht noch aus.

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