DFB-TeamWM 2026

Warnungen ignoriert: Musiala steht am Scheideweg seiner Karriere

Bild: Alexander Hassenstein/Getty Images

Jamal Musiala war nicht topfit für die WM 2026. Nun steht er vor besonderen Herausforderungen.

Philipp Lahm, Weltmeister-Kapitän von 2014, ist entsetzt über das blamable Ausscheiden von Deutschland bei der WM 2026. Deshalb meldet er sich auf verschiedenen Kanälen ausführlich zu Wort, um über die Zukunft des deutschen Fußballs zu sprechen. Im Magazin The Athletic forderte er zum Beispiel eine Führungsachse bei Deutschland.

„Kern, der Verantwortung übernimmt“

„Man braucht einen festen Kern, der Verantwortung übernimmt. Für mich bedeutet das: Joshua Kimmich im zentralen Mittelfeld, Kai Havertz im Sturm und Florian Wirtz hinter ihm in der Mitte.“ Mit anderen Worten: Lahm will Wirtz bei Deutschland auf der Zehn sehen, für Musiala ist kein Platz mehr.

Deutschlands bestbezahlter Fußballprofi, der angeblich ein Salär von bis zu 30 Millionen Euro pro Jahr beim FC Bayern erhält, steckt in der Krise. Musiala verletzte sich bei der Klub-Weltmeisterschaft 2025 am Sprunggelenk, kam im Frühjahr 2026 zurück, läuft aber seiner Form hinterher.

Deshalb schlug Legende Oliver Kahn vor zwei Monaten vor, dass Musiala nicht zur WM 2026 mitfahren, sondern sich erst wieder in guten Zustand bringen soll. Dagegen gab es heftige Proteste – und Musiala ignorierte diese Warnung. Menschlich verständlich, denn eine WM will man ungern verpassen. Stets war die Hoffnung da, über Spielpraxis in Form zu kommen.

Ein Tor gegen Curacao gab Hoffnung, aber insgesamt war Musiala ein spielerischer Störfaktor im DFB-Team – und er blockierte Florian Wirtz, der auf dem linken Flügel verschenkt ist und selbst gerne auf der Zehn spielen möchte, wie er es einst bei Bayer 04 Leverkusen beim Double-Gewinn getan hat.

Gegen Paraguay auf der Ersatzbank

Bundestrainer Julian Nagelsmann schützte zunächst Musiala und sagte, ein Musiala bei 70, 80 Prozent Leistungsstärke sei immer noch ein enorm starker Spieler. Das stimmte leider nicht – und Nagelsmann korrigierte seinen Fehler ausgerechnet im Sechzehntelfinale gegen Paraguay, als er Musiala auf die Ersatzbank setzte.

Für Musiala kann es nun noch dicker kommen. Michael Olise spielt derzeit bei Frankreich auf der Zehn ein überragendes Turnier. Olise betont selbst, lieber auf der Zehn als auf dem rechten Flügel zu spielen. Sollte Olise nicht zu Real Madrid wechseln und beim FC Bayern bleiben, muss man formal Olise auf der Zehn bringen. Musiala kann derzeit mit Olise nicht mithalten.

Musiala, 23 Jahre alt, steht nun am Scheideweg seiner Karriere. Schafft er noch den Sprung in die Weltklasse? Kann er sein Top-Gehalt rechtfertigen? Voraussetzung dafür ist, dass Musiala alles dafür tut, um fit zu werden. Doch selbst dann wird es schwer: Olise beim FC Bayern und Wirtz im DFB-Team bringen eine bessere Mischung aus Dribbling und Passspiel für die Zehner-Position mit und sind effizienter im Torabschluss. Wenn Musiala fit wird, muss er sich auch in Sachen Spielverständnis noch weiterentwickeln.

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