Schiedsrichter-Linie bei der WM 2026: Zwei Collina-Strategien gehen auf

Bild: Dan Mullan/Getty Images
Die FIFA und Schiedsrichter-Boss Pierluigi Collina haben zwei Prinzipien festgelegt, die bei der WM 2026 sich bislang als Erfolg erweisen.
Bei der WM 2026 gab es umstrittene Schiedsrichterentscheidungen, doch die Fehler und Skandale hielten sich im Vergleich zu anderen Weltmeisterschaften in Grenzen. Zu den bekanntesten Streitfällen der WM 2026 zählen bislang eine mögliche Rote Karte für Lionel Messi, ein nicht gegebener Elfmeter für Ghana gegen England sowie das 1:0 für Deutschland gegen Ecuador, dem ein klares Foulspiel von Aleksandar Pavlovic vorausging.
FIFA nominiert nicht nur die besten Schiedsrichter der Welt
Ein weiteres Problem bei Weltmeisterschaften bleibt, dass viele unerfahrene Schiedsrichter auf Top-Niveau zunächst zum Einsatz kommen. Dies ist dem Grundsatz der FIFA geschuldet, bei einer WM nicht unbedingt die besten Schiedsrichter der Welt einzusetzen, sondern eher den besten ihres jeweiligen Landes – und das auf allen Kontinenten.
Trotz aller Kritik greifen zwei neue, grundlegende Strategien von Schiedsrichter-Boss und Legende Pierluigi Collina. Collina will das Spiel flüssiger, schneller und attraktiver machen. Das gelingt vor allem dadurch, dass Schiedsrichter nicht so oft und vehement eingreifen müssen. Bei 50:50-Entscheidungen werden eher keine Fouls oder Elfmeter gegeben. Die Mannschaften sollen den Sieg ausfechten, der Schiedsrichter bleibt im Hintergrund und gibt im Sinne des Spiels nur die Leitplanken vor.
Weniger Fouls haben auch weniger Gelbe Karten zur Folge
Durch weniger Fouls und spielentscheidende Situationen müssen auch weniger Spielstrafen ausgesprochen werden, also Gelbe und Rote Karten. Das hat zur Folge, dass die besten Spieler der Welt nicht für ein oder zwei Spiele bei ohnehin nur sieben oder acht möglichen WM-Spielen fehlen. Die Spieler können ein ganzes Turnier spielen und fehlen nicht die Hälfte der Spiele wegen einer umstrittenen Roten Karte oder zweier Gelber Karten.
Das ist im Interesse der Fans, Teams und Rechteinhaber der TV-Anstalten. Ergänzend traf die FIFA eine kluge Entscheidung: Gelbe Karten werden nach der Vorrunde und nach dem Viertelfinale gestrichen. Dass Top-Stars durch Spielstrafen nun sogar in einem Halbfinale oder Finale fehlen, soll damit kaum noch vorkommen. Zwischenfazit: Die Schiedsrichter-Leitlinien von Collina und der FIFA haben ihren Sinn, auch wenn nicht alles perfekt läuft.