DFB-TeamWM 2026

Überbezahlte Bundestrainer: Frankreich und Argentinien leben dagegen Bescheidenheit vor

Bild: Alexander Hassenstein/Getty Images

Die Bundestrainer in Deutschland waren und sind überbezahlt. Vergleiche mit anderen großen Fußball-Nationen legen dies offen.

Im Juni kursierte in Deutschland eine Meldung von Finance Football darüber, wie gut die Nationaltrainer der WM 2026 bezahlt werden. Dieses Ranking fand in Deutschland wenig Beachtung, obwohl man damals schon hätte aufhorchen müssen: Bundestrainer Julian Nagelsmann ging in die WM 2026 nicht nur als der mit Abstand jüngste Trainer, sondern auch als der zweitbestbezahlte.

Ancelotti steht an der Spitze

Nagelsmann soll pro Jahr vom DFB sieben Millionen Euro Gehalt erhalten haben. Eine Bezahlung, die eher an Klubtrainer auf Top-Niveau erinnert. Nur Brasiliens Carlos Ancelotti verdient mehr, nämlich zehn Millionen Euro. Allerdings ist Ancelotti auch formal der erfolgreichste Trainer der europäischen Klubgeschichte mit unter anderem fünf Siegen in der Champions League.

Viel bescheidener fallen dagegen die Gehälter der aktuell wohl beiden besten Nationen der Welt aus. Argentinien zahlt seinem Weltmeister-Coach Lionel Scaloni 2,3 Millionen Euro. Vizeweltmeister Frankreich überweist seinem langjährigen Erfolgscoach Didier Deschamps 3,8 Millionen Euro.

Ohnehin sind dem DFB in Sachen Vertragsgestaltung mit dem Bundestrainer noch Fragen zu stellen. Warum wurde bereits 2025 ohne Not der Vertrag mit Nagelsmann bis 2028 verlängert? Wer schrieb die wenig ambitionierte Klausel in den Vertrag, dass Nagelsmann nur die Gruppenphase der WM 2026 überstehen müsse, damit sein Vertrag zu vollen Bezügen fortgesetzt wird? Denn erst daraus konnte Nagelsmann nun eine hohe Abfindung ableiten (angeblich sieben Millionen Euro), die allerdings sein gutes Recht ist.

Der DFB braucht eine neue Verhandlungsstrategie und sollte auch dem künftigen Bundestrainer Jürgen Klopp finanzielle Leitplanken setzen. Niemand dürfte jedoch etwas dagegen haben, wenn neben einem vernünftigen Grundgehalt hohe Prämien für Erfolge zugesichert werden. Das Überstehen der Gruppenphase sollte dabei aber als Selbstverständlichkeit betrachtet werden.

Insgesamt täte den deutschen Top-Trainern mehr finanzielle Bescheidenheit gut. Die Vorbilder der Trainer-Gilde sitzen in Argentinien und Frankreich.

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