FIFA-Zoff eskaliert: Rivale wirft Infantino brutale Erpressung vor

Bild: Luke Hales/Getty Images
Der Streit bei der FIFA eskaliert. Nun wirft ein Rivale Gianni Infantino Erpressung vor.
Gianni Infantino ist seit 2016 Chef der FIFA. Sein Posten wackelt nun mehr denn je, nachdem er mit einem Vorschlag zum Outsourcing der Weltmeisterschaft und der Hinzunahme privater Investoren die Fußballwelt in Aufruhr versetzt hat.
Bislang hatte Infantino machtpolitisch alles im Griff, allerdings mit zum Teil zweifelhaften Methoden. Nun packt ein Rivale aus und erhebt schwere Vorwürfe.
Prinz Ali bin al-Hussein, Chef des jordanischen Fußballverbandes, erklärt via X, dass Infantino ihn quasi erpresst. Eigentlich hakt al-Hussein regelmäßig nach einer Prämie für Jordanien nach, die es sich durch den zweiten Platz beim Arab Cup erspielt hatte. Es soll um 3,6 Millionen Euro gehen.
Prämie steht aus
Diese würden noch ausstehen, doch bei der WM sei ihm gesagt worden: „Während der Weltmeisterschaft wurde mir mündlich mitgeteilt, dass meine Unterstützung für Infantino bei den Wahlen im März 2027 unserem Fußballverband erheblich helfen würde.“ Al-Hussein betonte: „Wir haben ihn vorher nicht unterstützt und werden es auch jetzt nicht tun, aber die ganze Situation läuft auf Erpressung hinaus. Wir weigern uns, nachzugeben.“
Auch machte al-Hussein Probleme während der WM deutlich. Fans aus Jordanien wurde die Einreise in die USA verweigert, obwohl sie Karten gekauft hatten. Und: Weil Jordanien in den USA spielte, werden, anders als in Kanada oder Mexiko, deutlich mehr Steuern von den WM-Prämien fällig.
„Zweitens werden wir von der US-Regierung über die FIFA für unsere Teilnahme besteuert. Geld, das an Spieler und Personal gehen sollte. Das war für diejenigen, die in Kanada und Mexiko gespielt und ihr Lager aufgeschlagen haben, nicht der Fall. Aber wir waren zufällig in den USA, und so stehen wir nun vor diesen enormen Steuerkosten für unsere Teilnahme“, klagte al-Hussein.
Pikanter Hintergrund zudem: Beide verbindet eine große Rivalität. Al-Hussein zählte 2016 zu den Gegenkandidaten von Infantino, er hatte aber keine Chance auf den Sieg. Womöglich hat er aber nun die Chance, einen Neuanfang bei der FIFA einzuleiten.