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Nach FIFA-Burgfrieden: Sitzt Infantino jetzt sicher im Sattel?

Bild: Sam Hodde/Getty Images

FIFA-Boss Gianni Infantino hat am Mittwoch hausintern seine Macht gefestigt. Das bedeutet jedoch nichts für den anstehenden Machtkampf bis zu den Wahlen 2027.

Am Donnerstag sorgen in Deutschland einige Berichte für Verwunderung. Es entsteht der Eindruck, Gianni Infantino sitze als FIFA-Boss fest im Sattel und seine Wiederwahl 2027 sei gesichert.

Es war eine hausinterne Sitzung

Zur Klarstellung: Nach allem, was bekannt ist, gab es am Mittwoch eine Krisensitzung der FIFA in Marokko. Diese Sitzung war jedoch hausintern, also nur mit Mitarbeitern aus der FIFA-Zentrale. Ziel war es, die Mitarbeiter zu beruhigen.

Laut Pressemitteilung der FIFA ist dies gelungen. Man sollte dem aber nicht zu viel Bedeutung beimessen. Machtpolitisch hat dies keine besondere Relevanz. Infantino setzt damit nur ein Zeichen, dass er trotz aller Kritik nicht aufgeben will und die Zentrale wieder hinter sich hat.

Der Machtkampf im Weltfußball bleibt jedoch bestehen. Der aktuelle Stand:

Man kann davon ausgehen, dass Europa, also die UEFA, 55 Gegenstimmen mitbringt beziehungsweise 55 Stimmen für einen Gegenkandidaten.

Auch der Verband für Nord- und Mittelamerika dürfte mit 41 Stimmen nahezu geschlossen gegen Infantino stimmen.

Infantino bringt aber auch zwei starke Verbände mit: Der afrikanische Verband dürfte ihm 54 Stimmen liefern, da gerade diese Verbände auf die hohen finanziellen Zuwendungen der FIFA angewiesen sind.

Zudem kann sich Infantino wohl auf Südamerika verlassen. Das sind allerdings nur zehn Stimmen. Das Lockmittel für die Südamerikaner: mehr Spiele bei der WM 2030.

Es steht aktuell wohl 96:64 gegen Infantino

Zwischenstand: 96:64 gegen Infantino. Für die Mehrheit braucht es 106 Stimmen.

Daher kommt es vor allem auf den asiatischen Verband mit 47 Stimmen an. Dieser dürfte nicht einheitlich abstimmen. Jordanien hat in dieser Woche Infantino der Erpressung beschuldigt; diese Stimme wird er sicherlich nicht bekommen.

Saudi-Arabien galt aufgrund der WM-Vergabe 2034 als Freund von Infantino. Allerdings soll man nun verwundert sein, dass Infantino die WM mit amerikanischen Partnern outsourcen wollte.

Spannend könnte auch die Rolle von Katar werden. Auch hier gilt Infantino als Freund aufgrund der WM 2022. Aber was ist, wenn die Europäer als möglichen Gegenkandidaten den Präsidenten von Paris Saint-Germain, Nasser Al-Khelaifi, ins Rennen schicken? Dieser wäre formal Kandidat des asiatischen Verbands mit besten Beziehungen zum Königshaus in Katar.

Der Machtpoker bei der FIFA wird noch andauern. Klar ist: Infantino lässt Rufe nach einem Rücktritt an sich abprallen. Die erste entscheidende Marke wird deshalb wohl im November sein. Bis dahin müssen potenzielle Kandidaten für die Wahl im Frühjahr 2027 offiziell ihre Kandidatur anmelden.

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