Drei Gründe, warum Deutschland im Sechzehntelfinale ein anderes Gesicht zeigen wird

Bild: Justin Setterfield/Getty Images
Deutschland verliert nach einer schwachen Leistung gegen Ecuador mit 1:2. In der K.o.-Runde wird sich das DFB-Team aber steigern.
„Unfassbar“ titelte die Bild-Zeitung kurz nach der 1:2-Niederlage Deutschlands gegen Ecuador bei der WM 2026 am Donnerstagabend. Für viele Beobachter und Fans war die Pleite gegen Ecuador ein echter Schock. Während Fußball-Deutschland zuvor auf Wolke sieben schwebte, droht nun die Gefahr, dass die Stimmung ins Negative kippt.
Deutschland zählt zwar weiterhin nicht zu den Top-Favoriten auf den WM-Titel, doch man kann davon ausgehen, dass das DFB-Team im Sechzehntelfinale am kommenden Montagabend ein deutlich anderes Gesicht zeigen wird. Dafür sprechen drei Gründe:
Mentalität: Einige deutsche Nationalspieler gaben zu, dass Ecuador gieriger auf den Sieg wirkte. Dafür braucht man keinen großen Fußball-Psychologen: Fußball ist auch Kopfsache und Einstellungssache. Teams gewinnen, die über ihre Grenzen hinausgehen. Deutschland stand bereits als Gruppensieger bei der WM 2026 fest, für Ecuador ging es jedoch noch um alles. Zudem gab es enorme Probleme bei den Ecuadorianern, angefangen bei extremen Anfeindungen von Fans auch gegen Familienmitglieder der Spieler und des Trainerstabs. Dass Ecuador dadurch etwas mehr Motivation hatte, ist zumindest nachvollziehbar. Im Sechzehntelfinale geht es nun auch für Deutschland um ein Do-or-Die-Spiel. Die Sinne werden geschärft, Mentalität und Einstellung werden eine andere sein.
Nagelsmann wird seine Strategie bei Einwechslungen ändern
Einwechselspieler: Von eingewechselten Spielern erwartet man in der Regel einen neuen Schub für die Mannschaft. Bundestrainer Julian Nagelsmann gestaltete drei bis vier seiner fünf Einwechslungen eher als Dankeschön für verdiente Reservespieler. Er räumte nach der Partie selbst ein, dass er in einem Do-or-Die-Spiel wahrscheinlich anders wechseln würde. Kapitän und Rechtsverteidiger Joshua Kimmich würde dann zum Beispiel mit hoher Wahrscheinlichkeit durchspielen, und statt eines neuen Abwehrspielers könnte ein weiterer Angreifer gebracht werden.
Rückkehr von Nathaniel Brown: Zwar waren alle Mannschaftsteile gegen Ecuador nicht in bester Verfassung, doch die Abwehrreihe fiel dabei besonders negativ auf. Nagelsmann musste verletzungsbedingt Nico Schlotterbeck durch Antonio Rüdiger ersetzen und den angeschlagenen Nathaniel Brown durch David Raum. Brown dürfte in der K.o.-Runde wieder zurückkehren. Der Newcomer spielte bislang herausragend auf der linken Abwehrseite und bringt zudem enormen Speed mit. Das wird die Verteidigung stabilisieren.
Deutschland wird im Sechzehntelfinale deshalb anders auftreten als gegen Ecuador. Das ist zwar keine Garantie für den Einzug in die nächste Runde, erhöht aber die Chancen deutlich.