Rotationwelle? Vier Spieler, die Nagelsmann gegen Ecuador helfen können

Bild: Alexander Hassenstein/Getty Images
Deutschland steht vor dem Duell gegen Ecuador als Gruppensieger fest. Bundestrainer Julian Nagelsmann kann rotieren. Doch welche DFB-Profis kommen dafür infrage?
Vor dem letzten Gruppenspiel gegen Ecuador (Donnerstag, 22 Uhr) steht Deutschland als Sieger der Gruppe E bei der WM 2026 bereits fest. Deshalb ist nun das Feingefühl von Bundestrainer Julian Nagelsmann gefragt. Er kann rotieren, um Spielern mit einem Startelfplatz ein Dankeschön für die bisher gezeigten Leistungen als Joker oder teamorientierter Ersatzspieler auszusprechen. Das fördert sicherlich den Teamgeist. Zudem kann Nagelsmann Alternativen auf fragilen Positionen ausprobieren und WM-unerfahrenen Profis etwas Spielzeit schenken.
Rüdiger ersetzt wohl Schlotterbeck
Als sicher gilt, dass der verletzte Nico Schlotterbeck von Antonio Rüdiger in der Innenverteidigung ersetzt wird. Doch wo hat der Bundestrainer noch Handlungsspielraum zum Rotieren?
Kategorie Belohnung: Die Wende im Spiel gegen die Elfenbeinküste (2:1) brachten Einwechselspieler: Stürmer Deniz Undav und Mittelfeldakteur Nadiem Amiri. Undav erzielte beide Tore für Deutschland gegen die Ivorer. Der Fanliebling könnte gegen Ecuador sowohl die Zehner-Position des noch nicht in Topform wirkenden Jamal Musiala übernehmen oder als Sturmspitze auflaufen, wodurch der überspielte Kai Havertz eine Pause erhält. Klar dürfte sein: In der K.o.-Runde der WM 2026 bleibt Undav Joker. Keiner im deutschen Angriff kann diese Rolle von Null auf Hundert so gut ausfüllen wie der Stuttgarter. Auch Nadiem Amiri war bei der Partie gegen die Elfenbeinküste sofort präsent. Seine Präzision bei Flanken und Standards ist eine zusätzliche Waffe. Der Mainzer legte Undav das 1:1 auf und sorgte auch danach für weitere Torgefahr. Eine Belohnung hätte Amiri verdient, um dann ebenfalls wieder in der K.o.-Runde der WM 2026 als Joker bereit zu stehen.
Goretzka spielte WM-Quali
Kategorie Vertrauen: Zahlreiche Spieler haben mit Julian Nagelsmann eine Vertrauensbasis über Jahre aufgebaut und auch dazu beigetragen, dass sich Deutschland überhaupt für die WM 2026 qualifiziert hat. Allen voran ist Leon Goretzka zu nennen, dem im Frühjahr von Nagelsmann quasi schon eine Stammplatz-Garantie ausgesprochen wurde. Jetzt ist Goretzka bei der WM 2026 allerdings nur Ergänzungsspieler. Der erfahrene Mittelfeldmann, der nach seinem Ende beim FC Bayern noch einen neuen Verein sucht, wird in den K.o.-Spielen sicherlich in der 2. Halbzeit gebraucht werden. Daher liegt es nahe, den 31-Jährigen jetzt nochmal von Beginn an spielen zu lassen. Der noch etwas nervös und unerfahren agierende Aleksandar Pavlovic könnte in der Startelf Platz machen.
Kategorie Herausforderer: Auf dem rechten Flügel bleibt Leroy Sané bei den Fans umstritten. Die Leistungen des Ersatzspielers von Galatasaray Istanbul waren bislang unzureichend, auch wenn der DFB ihn verteidigt. Nun ist Zeit, zu testen, wer über den rechten Flügel noch Dampf machen kann. Jamie Leweling konnte gegen die Elfenbeinküste nach seiner Einwechslung nicht den Impact liefern wie Undav und Amiri. Für Nagelsmann bleibt deshalb noch die Option Maximilian Beier. Der 23-Jährige ist reifer als bei der EM 2024 und hat bei Borussia Dortmund eine sehr stabile Saison gespielt, in der Bundesliga gelangen ihm 18 Scorer-Punkte.
Neben Antonio Rüdiger wären demnach Undav, Amiri, Goretzka und Beier sicherlich passable Optionen, um gegen Ecuador den Teamgedanken weiter zu fördern und gleichzeitig manches noch auszuprobieren.