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Die taktischen Winkelzüge zwischen Lennart Karl und dem FC Bayern bergen ein Risiko

Bild: Adam Pretty/Getty Images

Die Bosse des FC Bayern rügen Lennart Karl öffentlich. Nun gibt es Wechselgerüchte um den 18-jährigen Offensivakteur.

Die Fans des FC Bayern lieben Lennart Karl. Vielleicht nicht mehr alle, vielleicht nicht mehr alle mit ganzem Herzen, seitdem er vor einem Jahr gesagt hatte, er wolle in seiner Karriere auch für den Erzrivalen Real Madrid spielen. Dennoch weiß der 18-Jährige die Fanbase im Wesentlichen hinter sich stehen.

Karl machte einst Probetraining bei Real Madrid

Aber es bleibt der Eindruck, dass das Herz von Karl womöglich für zwei Vereine schlägt. Immerhin wollte er schon als kleiner Junge unbedingt zu Real Madrid und absolvierte dort ein Probetraining. Das Ganze wäre nur eine Randnotiz, wenn die Beziehung zwischen Lennart Karl und dem FC Bayern intakt wäre. Doch das ist sie offensichtlich nicht.

Schon im Sommer vor einem Jahr machte Lennart Karl mit seinem berühmten Berater Michael Ballack subtil Druck, in die Profimannschaft der Bayern integriert zu werden und Spielzeit zu erhalten. Parallel kamen Gerüchte über einen Vereinswechsel auf.

Tatsächlich zeigte der Druck Wirkung: Karl erhielt seine Chance beim FC Bayern und nutzte sie großartig. Doch die Aussagen über Real Madrid im Winter sorgten stimmungsmäßig für einen Dämpfer. Dann folgten Verletzungen und kuriose Auftritte, wie zum Beispiel in einem pinken Trainingsanzug einer Konkurrenzfirma der FC-Bayern-Sponsoren, während die sportliche Leistung stagnierte.

Verletzungsschock bei WM 2026

Es trug sein Übriges bei, dass sich Lennart Karl während der WM-Vorbereitung verletzte und bis heute damit kämpft, seine Form zu finden. Für die Bayern-Bosse stellte sich nun eine strategische Frage: Kann man Karl mit internen Gesprächen auf die Erfolgsspur zurückbringen – oder greift man zur alten Bayern-Methode, Spieler durch öffentliche Rüffel anzustacheln? Ehrenpräsident Uli Hoeneß und Sportvorstand Max Eberl entschieden sich für den öffentlichen Rüffel.

„Er ist noch lange kein Superstar, junge Spieler brauchen Demut“, sagte Hoeneß, Eberl legte nach und betonte: „Lenny muss auf dem Platz zeigen, dass er wieder herauskommt aus diesem Loch.“ Bislang hat sich die Kritik an Karl jedoch noch nicht positiv auf dem Platz ausgewirkt.

Karl wird aufgrund der zahlreichen Verletzungen beim FC Bayern in der Startelf gebraucht, aber die Leistungsexplosion ist noch ausgeblieben. Womit man zu der Frage zurückkehren kann, ob die Methode, eigene Spieler öffentlich anzuzählen, noch wirkt, gerade wenn sie jung sind.

Die taktische Retourkutsche lässt sich übrigens bereits in allen Medien nachlesen. Es gibt nun Gerüchte darüber, dass extrem viele Topvereine (FC Liverpool, Arsenal, Manchester United) daran interessiert sind, Lennart Karl zu verpflichten. Wie im Sommer 2025 darf man sich fragen: Immer wenn es Probleme mit Karl gibt, tauchen Wechselgerüchte auf. Sind diese vielleicht taktisch lanciert?

Jedenfalls befinden sich der FC Bayern und das Umfeld von Lennart Karl in einem taktischen Spiel. Dieses Spiel ist nicht ohne Risiko. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Karl wieder Leistung auf dem Platz bringt – und ob Karl nicht doch schneller den Klub wechselt, als mancher Vereinsfunktionär glaubt.

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