Setzt sich der Abstieg der großen Traditionsklubs aus der Bundesliga fort?

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In der zweiten Tabellenhälfte der Bundesliga wimmelt es von Traditionsklubs. Die Angst vor dem Abstieg in die 2. Liga ist groß.
In den vergangenen Jahren konnte sich die Bundesliga konsolidieren, wenn es darum ging, die sogenannte „Verzwergung“ aufzuhalten. Dabei ging es darum, dass immer mehr große Traditionsklubs der toxischen Mischung aus Druck, Finanzen und sportlicher Erwartungshaltung nicht mehr standhalten konnten und aus der Bundesliga abstiegen.
Top-Ten-Klubs sind wieder zurück in der Bundesliga
Dagegen stiegen immer mehr Klubs auf, die in einem relativ kleinen Umfeld und Einzugsgebiet sportlich in Ruhe, gut und erfolgreich arbeiten konnten. 2020 kehrte dann der VfB Stuttgart in die Bundesliga zurück, 2022 folgte Werder Bremen, 2025 waren es der 1. FC Köln und der Hamburger SV, und in diesem Sommer feierte Schalke 04 den Aufstieg. Damit spielen die Top Ten der ewigen Bundesligatabelle aktuell auch wieder in der Bundesliga.
Doch für die Anhänger der großen Traditionsvereine hat diese Saison nicht besonders gut begonnen. Nach sieben Spieltagen stehen mindestens sechs eindeutig zuordenbare große Klubs in der zweiten Tabellenhälfte. Ihre Konstanz heißt Inkonstanz. Wahrscheinlich wird mancher Großklub sich bis Saisonende im Abstiegskampf befinden und wieder um seine Existenz im Oberhaus fürchten müssen.
Beim Tabellenletzten Borussia Mönchengladbach hält die Abwärtsentwicklung seit mindestens vier Jahren an. Zu wenige kreative Lösungen auf dem Transfermarkt und regelmäßige Trainerentlassungen sind die typischen Symptome für eine Mannschaft im kontinuierlichen Niedergang. Etwas Hoffnung auf Besserung macht nun eine junge Garde an Spielern sowie der neue Trainer Alexander Blessin. Doch es wird ein langer Weg für Gladbach aus dem Tabellenkeller.
Muslic räumt Fehler ein
Schalke 04 belegt Platz 16. Als Aufsteiger kann man den Königsblauen gewisse Startschwierigkeiten zugestehen. Auffällig bleibt, dass es auch für Trainer Miron Muslic neu ist, eine Mannschaft in einer Topliga zu trainieren. Er räumte selbst bereits Fehler im In-Game-Coaching wie in Freiburg ein. Zugleich muss das Team noch überlegen, wie Routinier Edin Džeko effizient eingesetzt wird.
Dass der VfB Stuttgart auf Tabellenplatz 15 steht, gilt für viele als Überraschung. Schließlich wurde das Team eher als Bayern-Jäger gehandelt. Doch die Schwaben haben mal wieder Probleme mit der Vierfachbelastung aus Liga, Pokal, Champions League und Nationalmannschaft, und womöglich ist manchem Spieler auch der schnelle Ruhm zu Kopf gestiegen, was nun zu einer mentalen Belastung wird.
Ebenso überraschend wirkt Tabellenplatz 14 für Eintracht Frankfurt. Doch die Hessen verpassten bereits in der vergangenen Saison einen Europacupplatz und befinden sich in einem großen Umbruch. Dabei muss auch die einst so erfolgreiche Transferstrategie des schnellen Kaufs und Verkaufs von Spielern neu ausgerichtet werden.
Große Unruhe in Köln
Für den 1. FC Köln ist dagegen Platz zwölf fast schon ein Stimmungsaufheller, wenn man bedenkt, wie groß die Zweifel am Trainer-Rookie Rene Wagner sind. Noch hält der Verein zu Wagner und wartet ab, ob sich die mittlerweile wie eine Weltauswahl zusammengestellte Mannschaft in der Tabelle weiter nach oben kämpft.
Keinen Stress auf dem Trainerposten verspürt dagegen der Hamburger SV. Mit Eigengewächs und Aufstiegsheld Merlin Polzin wurde der Vertrag gerade erst verlängert. Das Problem ist eher bei der individuellen Klasse der Spieler zu suchen. Der Abgang von Luka Vušković schmerzt in der Defensive enorm; man verlässt sich zwar auf Ausnahmekönner wie Fábio Vieira im Angriff, doch schon wenige Verletzungen von Stammspielern werfen die HSV-Elf enorm zurück.
So kann es am Ende durchaus sein, dass mancher Traditionsklub am Saisonende den Gang in die 2. Liga antreten muss. Derzeit würden – als kleiner Trost für alle Traditionalisten – jedoch drei große Traditionsklubs aus der 2. Liga nachrücken, denn auf Platz eins liegt Hertha BSC, Platz zwei belegt der 1. FC Nürnberg, und für die Relegation wäre der 1. FC Kaiserslautern gesetzt.