Bremen: Ist der Kader wirklich nicht bundesligatauglich?

Bild: Dean Mouhtaropoulos/Getty Images
Werder Bremen hat auf dem Transfermarkt noch einmal nachgelegt, doch die Art und Weise sorgt für Diskussionen.
Die Bild fällt in ihrer Deadline-Day-Analyse ein hartes Urteil unter dem Titel „So taumelt Werder Bremen in die 2. Liga!“. Der Vorwurf: Werder habe den Kader nicht frühzeitig zusammengestellt, sondern bis zuletzt auf kurzfristige Lösungen gesetzt.
Leihen statt großer Lösungen
Tatsächlich griff Werder in diesem Sommer auffällig oft zum Mittel der Leihe. Niclas Füllkrug, Eren Dinkci und Ludovit Reis kamen erst nach der Vorbereitung, später folgten Youri Regeer, Moussa Ndiaye und Arthur.
Besonders Regeer zeigt die Kurzfristigkeit: Der 23-Jährige kam von Ajax Amsterdam auf Leihbasis mit Kaufoption über fünf Millionen Euro und soll vor allem den langwierigen Ausfall von Jens Stage kompensieren.
Der Stage-Ausfall verändert alles
Stage, in den vergangenen beiden Spielzeiten einer der torgefährlichsten Werder-Spieler, fällt nach einer schweren Muskelverletzung für mehrere Monate aus. Beim 1:4 zum Saisonauftakt in Freiburg verletzte sich zudem Justin Njinmah schwer.
Trotzdem verzichtete Werder am Deadline Day auf eine weitere Offensiv-Verstärkung. Manager Clemens Fritz begründete dies mit der erwarteten Rückkehr von Felix Agu und Mitchell Weiser, die ausreichend Flexibilität im Kader schaffen sollten.
Bouanani-Leihe blieb ungenutzt
Besonders deutlich wurde das Dilemma bei Badredine Bouanani vom VfB Stuttgart. Eine Leihe des Algeriers hätte gerade wegen des Njinmah-Ausfalls zusätzliche Optionen geschaffen, wurde von Werder aber letztlich nicht wahrgenommen.
So drastisch wie die Bild muss man die Lage dennoch nicht zwangsläufig bewerten – das Etikett „nicht bundesligatauglich“ bleibt eine journalistische Einschätzung, kein Fakt. Ob Werder tatsächlich in Abstiegsgefahr gerät, hängt am Ende weniger vom chaotischen Transfersommer ab als davon, ob die späten Neuzugänge schnell in Tritt kommen.