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Titel in Gefahr: Bayerns Defensivverhalten bereitet Sorgen

Bild: Stuart Franklin/Getty Images

Die beste Defensive der Bundesliga stellte in der vergangenen Saison Borussia Dortmund. Auch in dieser Spielzeit ist das Abwehrverhalten des FC Bayern, gemessen an seinen Ansprüchen, besorgniserregend.

In der vergangenen Saison hat der FC Bayern sein Problem in der Defensive gerne mit dem Argument vom Tisch gewischt, dass die Offensive für genug Tore sorge. Spätestens nach dem Champions-League-Halbfinale 2025/26 sollten die Münchner verstanden haben, dass die Defensivarbeit nicht titelreif war, zumindest wenn man sie an höchsten europäischen Ansprüchen misst.

Fünf Gegentore in Paris

Im Hinspiel gab es bei Paris Saint-Germain satte fünf Gegentore, im Rückspiel folgte der erste Gegentreffer schon nach drei Minuten. Das Finalticket war für den FC Bayern dahin, zumal sich die vielgelobte Offensive plötzlich die Zähne an der PSG-Abwehr ausbiss.

Auch in dieser Saison wirkt die Defensive des FC Bayern nicht für die höchsten Ansprüche bereit: Nach acht Spieltagen stehen acht Gegentore auf dem Konto. Im Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund gab es zwei Gegentreffer, eine 1:0- und eine 2:1-Führung wurden aus der Hand gegeben.

Kim dribbelt von Eckfahne in eigenen Fünf-Meter-Raum

Fast schon absurd war die Szene mit Minjae Kim in der 1. Halbzeit, der unter Pressingdruck von der Eckfahne in den eigenen Fünf-Meter-Raum dribbelte, dann gemeinsam mit Dayot Upamecano den Ball verlor, woraufhin der BVB das 1:0 erzielte. Nur durch eine Abseitsstellung wurde das Gegentor durch den VAR aberkannt.

Ansonsten wäre das Abwehrverhalten beider Spieler auch noch am Montag ein Hauptthema gewesen. Beim ersten echten Gegentreffer der Dortmunder schafften es dann fünf Bayern-Spieler nicht, zwei BVB-Profis in Schach zu halten.

Zur Defensivarbeit gehören aber nicht nur die Abwehrspieler. Vor dem zweiten Gegentreffer der Dortmunder kam der eingewechselte Offensivakteur Lennart Karl vor dem Strafraum einen Moment zu spät an den Ball, um den BVB-Angriff im Keim zu ersticken.

Ebenso läuft es für die Münchner in der Champions League wahrlich nicht besonders. Auswärts kassierte der FC Bayern drei Treffer gegen Stavanger (3:3), gegen Arsenal wurde zu Hause eine 2:1-Führung verspielt (Endstand 2:3).

Tah verliert Stammplatz

Über die Krise von Innenverteidiger Jonathan Tah wird bereits viel diskutiert, er hat seinen unumstrittenen Stammplatz beim FC Bayern verloren. Auch Allrounder Josip Stanisic neigt zu zahlreichen Fehlern, vor allem beim Gegentor in Elversberg waren seine Formprobleme offensichtlich. Der einzige Akteur in Topform scheint Dayot Upamecano zu sein, der zuletzt auch noch in der Offensive zwei Tore erzielte.

Insgesamt weist der FC Bayern in der Defensive nicht die individuelle Qualität auf, die es für große Titel braucht. Hinzu kommen immer wieder Aussetzer von Torwart-Routinier Manuel Neuer (u.a. gegen Madrid und in Augsburg). Wenn dann noch Verletzungen hinzukommen und die Bayern-Offensive vor allem auswärts nicht immer ein Schützenfest bietet, droht den Münchnern zumindest in der Champions League ein böses Erwachen. Dieses Mal schon früher als im Halbfinale 2025/26.

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