Tah, Woltemade und Havertz: Wirkt das WM-Trauma doch nach?

Bild: Michael Reaves/Getty Images
Jonathan Tah, Nick Woltemade und Kai Havertz haben bei der WM 2026 ihre Elfmeter für Deutschland verschossen. Sie wollten diesen schweren Bruch in ihrer Karriere schnell abhaken. Gelungen ist es offenbar nicht.
Die WM 2026 war für Deutschland ein Debakel. Der unrühmliche Tiefpunkt: Deutschland verlor das Sechzehntelfinale gegen Paraguay nach Elfmeterschießen. Drei deutsche Nationalspieler vergaben dabei ihren Elfmeter, obwohl Deutschland seit 1982 als die beste Nation im Elfmeterschießen galt.
„Zweimal reingeschissen“
Kai Havertz, Nick Woltemade und Jonathan Tah verschossen ihre Elfmeter. Alle drei Profis gingen öffentlich anders mit ihrem Fauxpas um. Havertz sagte sofort nach dem Spiel reumütig: „Meine zweite WM, zweimal reingeschissen.“ Nick Woltemade gab sich wenige Tage später dagegen betont locker, der verschossene Elfmeter sei eben ein „Learning“ gewesen.
Mit Jonathan Tah hatten wiederum von Beginn an nahezu alle Fans und Berichterstatter Mitleid. Er schoss den sechsten Elfmeter, aber er war der einzige Spieler, der sich noch traute anzutreten, während einst sehr selbstbewusst auftretende Führungsspieler wie Leon Goretzka sich versteckten. Tah betonte nach der WM, er würde wieder die Verantwortung für einen Elfmeter übernehmen wollen. Es sei seine Mentalität, sich nicht wegzuducken.
Alle drei unglücklichen Profis gingen also unterschiedlich mit der Situation um. Doch wenige Monate später muss man festhalten: Fußball ist auch Kopfsache – und allen drei Spielern geht es sportlich nicht besonders gut.
Woltemade bleibt Ersatzspieler bei Juventus
Nick Woltemade ist von Newcastle United zu Juventus Turin geflüchtet. Auch beim Europa-League-Starter ist Woltemade Ersatzspieler und entfaltet kaum Wirkung für die Mannschaft. Die Italiener suchen bereits Ersatz für ihn.
Jonathan Tah war vergangene Saison unumstrittener Stammspieler beim FC Bayern. Nun hat der Verteidiger diesen Status verloren. Sein Konkurrent Minjae Kim kommt ähnlich oft zum Einsatz, zudem spielt Tah selten ohne Fehler. Selbst das Gegentor beim 6:1-Sieg im DFB-Pokal über Zweitligist Magdeburg verursachte er durch einen einfach verlorenen Zweikampf.
Und dann wäre da noch Kai Havertz, eigentlich gesetzt beim FC Arsenal. Doch der Deutsche, auch geplagt von Verletzungen, kommt kaum zur Geltung. Bei der formal zweitbesten Mannschaft Europas kommt Havertz erst auf drei Pflichtspieltore und einen Assist. Seit dem 6. September hat er kein Tor mehr erzielt und zuletzt stand er 90 Minuten auf dem Platz, als Arsenal gegen den Viertligisten Fleetwood Town blamabel aus dem Pokal ausschied.
Woltemade, Tah und Havertz: Für das Trio gilt, dass sie ihr WM-Trauma noch verarbeiten müssen.