Bundesliga

Laura Wontorra: Darum gibt es so viele Floskel-Interviews mit Spielern

Bild: Alexander Hassenstein/Getty Images

Laura Wontorra zählt zu den Star-Moderatorinnen des deutschen Fußballs. Doch selbst für sie ist es manchmal schwer, Spielern eine interessante Antwort zu entlocken.

Dass zahlreiche Spieler in der Bundesliga in Interviews mit ihrer ehrlichen Meinung hinter dem Berg halten, ist kein Geheimnis. Star-Moderatorin Laura Wontorra hat nun auf den Punkt gebracht, woran dies hauptsächlich liegt.

„Vom Pressesprecher abgefangen“

Zu Gast im Tomorrow Business Podcast antwortete sie auf die Frage, ob sich viele Spieler nicht mehr trauen, ihre Meinung zu sagen, mit einem deutlichen „Ja“. Ihre Begründung: „Vor der Werbewand drei Fragen, ein junger Sportler kommt, ist 19, ist vielleicht ein pfiffiger Typ, möchte vielleicht sogar etwas anderes sagen und wird aber vorher schon vom Pressesprecher abgefangen, der ihm genau die drei Sätze hinlegt, die es dann noch abzurufen gilt.“

Wontorra bedauerte: „Das ist total schade, weil dafür die Sportler meistens gar nichts können, sondern es ist dann einfach so, dass zu viele Komponenten mitreden – und es ist ein wahnsinniges Generationsproblem, weil gerade die jungen Leute, die sich auch viel auf Social Media präsentieren, natürlich sofort die Antwort auf ihre Meinung erhalten.“ Dabei könne es schnell zu einer großen Folgediskussion kommen: „Heutzutage ein Fehler, ein falscher Gesichtsausdruck, im Ermessen anderer – und man hat sofort 200 Kommentare unter einem Posting oder in einer Frequenz, die dann über andere oder ein anderes Medium abgespielt wird. Das muss man schon gut wegstecken können.“

Andere Zeiten bei Jörg Wontorra

Medienstrategen und die Angst vor Social Media gelten also als Hemmschuh für ehrliche Meinungsäußerungen. Dagegen hatte es Jörg Wontorra, der Vater von Laura Wontorra, einst offenbar viel einfacher als Person des öffentlichen Lebens. „Um das Beispiel von meinem Vater zu bemühen, zu seiner Zeit war es ganz anders. Also, wenn der einen Fehler gemacht hat oder sich zu einer Sache geäußert hat, dann ist in die Zuschauerredaktion von Sat.1 ein Beschwerdebrief gekommen. Dann wurde der ihm vielleicht zwei Wochen später mal zugetragen, dann war es im eigenen Kopf sowieso schon irgendwie abgehakt. Weiter geht’s.“

Wontorra appellierte anschließend an alle Zuhörer: „Die Welt gehört dem Mutigen. Also für alle, die das jetzt hören und sehen: Bleibt trotzdem meinungsstark, vertraut auf euer Bauchgefühl, geht raus und traut euch.“

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