Werder-Coach Thioune: „Wir waren verwundet“

Bild: Pau Barrena/Getty Images
Der nur knapp gesicherte Klassenverbleib hat bei den Spielern des SV Werder Bremen deutliche Spuren hinterlassen. Trainer Daniel Thioune erkennt inzwischen jedoch einen Stimmungswandel innerhalb der Mannschaft und blickt optimistisch auf die kommende Saison.
Während des Abstiegskampfes hätten die Spieler ihre verletzliche Seite kaum gezeigt. Erst mit etwas zeitlichem Abstand sei deutlich geworden, wie stark der immense Druck die Mannschaft belastet habe. Am Ende sei die Erleichterung über den verhinderten Abstieg von Werder Bremen entsprechend groß gewesen, erklärte Daniel Thioune im Interview mit dem kicker.
Thioune spürt eine neue Energie
Mittlerweile nehme der Trainer seine Mannschaft allerdings verändert wahr. Die Spieler seien offen für neue Ansätze und würden nicht mehr ausschließlich auf die unmittelbaren Aufgaben schauen. Stattdessen könne Werder Bremen nun wieder längerfristig denken und den Blick auf die weitere Entwicklung richten.
„Wir waren verwundet, haben die Wunden geleckt und ich würde sagen: Die meisten sind verheilt“, beschrieb Thioune den zurückliegenden Prozess. Im Vergleich zur schwierigen Schlussphase der Vorsaison sei inzwischen eine andere Energie innerhalb des Teams zu spüren.
„Wie in einem Moor“
Als Thioune die Verantwortung übernommen hatte, traf er nach eigener Aussage auf eine stark verunsicherte Mannschaft. Den Spielern habe es an Selbstvertrauen und dem Glauben an die eigenen Möglichkeiten gefehlt. Die damalige Situation verglich der Werder-Coach mit einem Moor, in dem die Mannschaft immer tiefer eingesunken sei.
Den notwendigen Umschwung habe das Trainerteam schließlich durch mentale Maßnahmen und klare inhaltliche Vorgaben erreicht. In der kritischen Phase sei es nicht mehr darum gegangen, gemeinsam mit den Spielern über mögliche Lösungen zu diskutieren. Stattdessen hätten Thioune und seine Assistenten deutlich vorgegeben, welcher Weg aus ihrer Sicht der richtige sei.
Dass Werder im Abstiegskampf spielerisch nicht immer überzeugen konnte, räumte der Trainer offen ein. Entscheidend sei jedoch gewesen, den Auftrag zu erfüllen und die Mannschaft in der Bundesliga zu halten. Zusätzlich konnte das Trainerteam mit Werder einen Derby-Sieg feiern. Nach den Erfahrungen der Vorsaison soll die Mannschaft nun wieder selbstbewusster auftreten und den Blick nach vorne richten.