Vier Indizien, warum FIFA-Boss Infantino bald Geschichte sein könnte

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Gianni Infantino kämpft um sein machtpolitisches Überleben. Doch es sieht den Indizien nach nicht gut für den 56-Jährigen aus.
Gianni Infantino saß eigentlich sicher im Sattel, seiner Wiederwahl 2027 als FIFA-Boss stand nichts im Wege. Dann schlug der Italo-Schweizer im Alleingang und aus dem Nichts das Outsourcing der Fußball-Weltmeisterschaft vor, gepaart mit der Hinzunahme von Investoren. Obendrauf legte er noch ein Ultimatum fest, sich bis September entscheiden zu müssen. Abgesehen vom Inhalt war dies von der Vorgehensweise ein absoluter Wahnsinn.
Nun berichtet die englische Times, dass Infantinos Rückhalt bei einem erheblichen Teil der 211 Verbände sehr schnell schwindet. Es gibt erste Spekulationen, dass Infantino nicht nur für 2027 mit einem ernstzunehmenden Gegenkandidaten rechnen müsse – die Rede ist von Paris Saint-Germain-Boss Nasser Al-Khelaifi –, sondern dass vielleicht schon in den kommenden Wochen eine sensationelle Wachablösung anstehen könnte. Dafür gibt es vier Indizien:
UEFA lässt nicht locker
Der europäische Fußballverband mit seinen 55 Mitgliedern machte Infantino von Beginn an klar, dass er mit diesem Projekt eine weitere Grenze überschritten habe. Die Europäer drohten mit einem Boykott der WM. Nun hat Infantino den Vorschlag des WM-Verkaufs vorerst beiseitegeschoben, aber die UEFA verlangt in einer Sondersitzung Aufklärung und spricht von Vertrauensverlust. Kurzum: Das Tischtuch ist zerschnitten. Warum sollte die UEFA nun noch bis zur Wahl 2027 auf eine Ablösung warten, wenn die FIFA-Regularien auch eine Art Misstrauensvotum vorsehen, das jederzeit gestartet werden kann?
Eigene Mitarbeiter rebellieren
Auch innerhalb der FIFA scheint es zu brodeln. Carlos Cordeiro, eine Art Chefberater der FIFA, distanzierte sich vom Projekt und legte seinen Job nieder. Kevin Lamour, Betriebsdirektor des Weltverbands und langjähriger Weggefährte Infantinos, sagte, die Mitarbeiter seien bei den Plänen rund um das Investorenmodell getäuscht worden und hätten „etwas Besseres verdient als Verachtung und Einschüchterung“. Was für ein Affront! Eine weitere Zusammenarbeit wirkt kaum möglich. Man darf davon ausgehen, dass Lamour sich an die Öffentlichkeit wagte, weil er noch weitere Mitarbeiter kennt, die ähnlich denken wie er.
Weitere Kontinentalverbände halten mit Kritik nicht zurück
Neben den Europäern haben auch die Verbände aus Nord- und Mittelamerika sowie aus Asien Kritik geäußert und Aufklärung angemahnt. Hier stehen verklausuliert vor allem die Punkte des „Alleinherrschers“ Infantino im Mittelpunkt. Denn es gibt FIFA-Gremien, die eigentlich vor Bekanntgabe des neuen Projektvorschlags in die Entwicklung und Diskussion hätten einbezogen werden müssen. Gremien zu übergehen, ist politisch und diplomatisch eine Todsünde. Infantino kam damit lange durch, aber nun würde er stets von den Gremien an die Leine genommen werden. Darauf dürfte der machtbewusste Infantino nur wenig Lust haben.
Expansiver Kurs stößt auf Widerstand
Infantino durfte lange die Entwicklung des Weltfußballs auf seine Art vorantreiben. Er holte mehr Geld für die FIFA herein und ging in jene Länder auf Werbetour, in denen Fußball noch nicht die Nummer eins unter den Sportarten ist. Allerdings verquickte er dies mit dem Anhimmeln autoritärer Machthaber und verteilte das Geld in der FIFA so, dass die ärmeren Verbände, besonders aus Afrika, das Geld dankend annahmen und ihn bei Wahlen unterstützten. Vor allem die Europäer merken nun aber, dass die Musik an ihnen vorbeigespielt wird und die Prioritäten wieder anders gesetzt werden müssen. Das geht mit Infantino an der Spitze nicht mehr.