Vier Gründe, warum man sich um Hertha Sorgen machen muss

Bild: Christof Koepsel/Getty Images
Hertha BSC startet mit deutlich geringeren Erwartungen in die neue Zweitligasaison.
Nach Platz sieben im Vorjahr lautet das Ziel nur noch ein einstelliger Tabellenplatz mit maximaler Ambition nach vorne. Die Vorbereitung lieferte zwar positive Ansätze, doch mehrere erhebliche Baustellen bleiben bestehen.
Finanzielle Probleme
Hertha BSC hat nach eigener Aussage über seinen Verhältnissen gelebt und musste die Kaderkosten deutlich reduzieren. Trotz Transfererlösen von mehr als 20 Millionen Euro kann nur ein Teil der Einnahmen in neue Spieler investiert werden. Geschäftsführer Peter Görlich verwies darauf, dass auch bei Fußballvereinen zwischen Brutto- und Nettoerlösen unterschieden werden müsse.
Kaum Zugänge
Mit Oluwaseun Adewumi hat Hertha bislang nur einen externen Neuzugang verpflichtet – und diesen lediglich für eine Saison vom FC Burnley ausgeliehen. Der 21-Jährige kann mehrere offensive Positionen übernehmen, muss aber zunächst in der Mannschaft ankommen. Der verstärkte Einsatz eigener Nachwuchsspieler ist durchaus sinnvoll, kann die zahlreichen Qualitätsverluste jedoch nicht vollständig auffangen.
Großer Ausverkauf
Insgesamt haben bereits zwölf Spieler den Verein verlassen. Mit Fabian Reese, Michaël Cuisance, Kennet Eichhorn und Tjark Ernst gingen gleich mehrere zentrale Leistungsträger. Hertha verliert dadurch die Qualität, Kreativität, Führung und große Teile des bisherigen Mannschaftsgesichts, die den Verein zuletzt nicht zum Aufstieg führten, aber dennoch in den Spielen oftmals den Unterschied ausmachten.
Unrunde Kaderzusammenstellung
Trainer Stefan Leitl sprach selbst von einem „Vakuum“ auf der Linksverteidigerposition. Deyovaisio Zeefuik arbeitet nach seiner Verletzung noch am Comeback, während im aktuellen Kader mehrere junge oder ursprünglich für andere Positionen eingeplante Spieler in der Abwehr aushelfen müssten. Gleichzeitig möchte Hertha höher pressen und mit größerer Intensität spielen. Ob der dünn besetzte und unausgewogene Kader bereits zu dieser anspruchsvollen Spielidee passt, muss sich erst noch zeigen.