Vor brisantem Auswärtsspiel: Hertha-Boss stellt DFB-Maßnahmen infrage

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Herthas aktive Fanszene boykottiert das Auswärtsspiel bei Dynamo Dresden. Geschäftsführer Peter Görlich hinterfragt die Konsequenzen des DFB.
Das Wiedersehen zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC steht unter besonderen Vorzeichen. Nach den schweren Ausschreitungen beim vergangenen Duell gelten am Samstag zahlreiche Einschränkungen – Herthas aktive Fanszene reagiert darauf mit einem Boykott. Herthas Ultras haben ihre Anhänger dazu aufgerufen, keine Tickets für die Partie in Dresden zu kaufen. Geschäftsführer Peter Görlich bedauert zwar, dass die Mannschaft ohne organisierten Support auskommen muss, will die Entscheidung der Fanszene aber nicht verurteilen.
Görlich hinterfragt Kollektivstrafen
Der Hintergrund ist: Bei den direkten Duellen beider Vereine darf in dieser Saison jeweils nur die Hälfte des regulären Gästekontingents verkauft werden. Zudem müssen die Eintrittskarten personalisiert werden. Die Maßnahmen sind Teil der Konsequenzen nach den Vorfällen vom 4. April, wie der DFB mitteilte.
Gleichzeitig äußert der Hertha-Boss deutliche Zweifel am Umgang mit den Ausschreitungen. Die Reaktionen der Fans beim vergangenen Spiel seien nicht akzeptabel gewesen, erklärte Görlich gegenüber dem Kicker. Die daraus resultierenden Maßnahmen sieht der 59-Jährige jedoch kritisch. „Ob Kollektivstrafen und eine Mittelalter-Rhetorik mit dem Machtwort als letzter Instanz dazu führen“, die deutsche Fußball-Kultur zu erhalten, stelle er infrage.
Stattdessen fordert Görlich einen stärkeren Austausch zwischen Vereinen, Fans und Verbänden. Auch diejenigen, die Sanktionen verhängen, müssten ihre eigene Wirkung hinterfragen. Hertha selbst stehe nach Angaben des Geschäftsführers weiterhin in engem Austausch mit der aktiven Fanszene. Sportlich reist die Mannschaft ausgerechnet in dieser aufgeheizten Situation mit viel Rückenwind nach Dresden. Hertha hat seine ersten fünf Saisonspiele gewonnen und führt die Tabelle der 2. Bundesliga an.
Am Samstagabend muss der Spitzenreiter allerdings auf einen großen Teil der gewohnten Unterstützung verzichten.