2. LigaHertha BSC

Reese bittet Hertha-Fans um Nachsicht: Reicht diese Erklärung?

Bild: Maja Hitij/Getty Images

Fabian Reese hat sich nach seinem Wechsel zum VfL Wolfsburg erneut an die Fans von Hertha BSC gewandt. Der ehemalige Kapitän zeigt Verständnis für die Enttäuschung in Berlin und erklärt, weshalb seine frühere Liebeserklärung aus seiner Sicht dennoch keine leere Phrase war.

Im Sommer 2025 hatte Reese seinen Vertrag bei Hertha bis 2030 verlängert und die Entscheidung emotional im Olympiastadion verkündet. Nur ein Jahr später wechselte er nach dem erneut verpassten Aufstieg für rund acht Millionen Euro zum direkten Zweitliga-Konkurrenten aus Wolfsburg. Im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ entschuldigte sich Reese nun bei den enttäuschten Anhängern: „Wenn jemand wegen meines Wechsels das Vertrauen in Fußballromantik verloren hat, dann tut mir das aufrichtig leid.“

Überrascht über die Tragweite

Zum Zeitpunkt seiner Vertragsverlängerung hätten sich alle Beteiligten die weitere Entwicklung anders vorgestellt. Reese könne nachvollziehen, dass ohne Kenntnis der internen Vorgänge der Eindruck entstehe, sein damaliges Bekenntnis interessiere ihn heute nicht mehr. „Aber so ist das nicht“, stellte der 28-Jährige klar.

Auch die Tragweite seines Abschieds habe ihn überrascht. Dass der Wechsel zu einem solchen „Politikum“ werden würde, habe er nicht kommen sehen. Die teils heftigen Reaktionen auf seine Person hätten ihn getroffen. Gleichzeitig bezeichnete Reese Berlin als das bislang schönste Kapitel seines Lebens. Seinen Wechsel begründete der Offensivspieler mit seinem Ziel, wieder in der Bundesliga zu spielen. Beim VfL Wolfsburg sehe er dafür langfristig die besten Voraussetzungen.

Authentische Gefühle mit einem großen Widerspruch

Dass seine Verbindung zum Verein und zu Berlin echt war – dafür sprechen seine Leistungen, sein Einsatz und die Art, wie er den Klub drei Jahre lang repräsentiert hat. Eine vollständig inszenierte Identifikation hätte sich kaum über einen so langen Zeitraum glaubwürdig aufrechterhalten lassen.

Trotzdem darf seine Kommunikation kritisch gesehen werden. Reese hat seine Verbundenheit sehr emotional inszeniert und mit einem Vertrag bis 2030 zusätzlich Erwartungen geschaffen. Wer die Fußballromantik derart stark bedient, muss damit rechnen, später an seinen eigenen Worten gemessen zu werden. Seine Aussagen wirken deshalb nicht wie oberflächliche Phrasen. Sie lösen den offensichtlichen Widerspruch zwischen Liebeserklärung und Wechsel zum direkten Konkurrenten aber ebenfalls nicht auf. Reese kann Hertha aufrichtig verbunden gewesen sein und sich trotzdem für seine Karriere entschieden haben. Enttäuscht sein dürfen die Fans dennoch.

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