BundesligaSV Elversberg

Nach Skandal um Elversberg-Coach: Muss der Schiedsrichter Konsequenzen spüren?

Bild: Stuart Franklin/Getty Images

Wenn der DFB bei Vincent Wagner konsequent bleibt und an der Sperre gegen den FC Bayern festhält, braucht es da nicht auch eine Maßnahme gegen den Schiedsrichter?

Es wird nahezu gar nicht darüber gesprochen, aber Bundesliga-Schiedsrichter sind in der Regel Einkommensmillionäre. Formal hat das seine Berechtigung: Sie sind Leistungssportler und leben trotz eines Teilzeitberufs meist nur für den Fußball.

Schiedsrichter müssen auf Augenhöhe mit Spielern sein

Die Unparteiischen müssen sich auch gehaltstechnisch zumindest annähernd auf Augenhöhe mit den Spielern und Trainern befinden. Aber muss im Umkehrschluss nicht auch gelten, dass für sie Leistungskriterien zählen wie bei Fußballprofis?

Um es im konkreten Fall Martin Petersen zu benennen: Petersen wird seit Jahren als durchschnittlicher Schiedsrichter in der Bundesliga angesehen. Seine Einsatzzahl dreht sich meist um die zehn Spiele, die Top-Kollegen kommen auf rund 15 Partien.

Petersen hat immer wieder Probleme mit der Spielleitung auf Top-Niveau, er wird auch international nicht auf höherer Ebene eingesetzt.

Gladbach nutzte Situation aus

Und nun dieser Vorfall am vergangenen Wochenende: Elversberg hätte Einwurf erhalten müssen, doch Borussia Mönchengladbach führte den Einwurf schnell aus und machte ein Tor aus der Situation.

Elversberg-Trainer Vincent Wagner beschwerte sich also zurecht. Dass ihm Petersen dafür die Gelbe Karte gab, war ein Folgefehler, aber formal berechtigt. Über das unberechtigte Tor und die Gelbe Karte würde heute aber auch kaum jemand mehr diskutieren, denn Elversberg hatte die Partie letztendlich noch mit 4:3 heroisch gewonnen.

Doch Vincent Wagner ging in der Halbzeit noch auf Petersen zu, es sah so aus, als wollte er vernünftig mit ihm reden. Das muss in der Hitze des Gefechts möglich sein, zumal Wagner ohne Beleidigung und auch nicht wutentbrannt auf ihn zukam.

Selbst wenn Petersen dann gesagt hätte, er wolle jetzt nicht reden und die Regeln würden das auch nicht erlauben, wäre noch jeder Beteiligte zufrieden gewesen. Aber Petersen ließ sich dazu hinreißen, Wagner mit Gelb-Rot vom Platz zu stellen.

Wagner ist gegen FC Bayern gesperrt

Nun fehlt Wagner im Spiel seines Lebens, dem Heimspiel gegen den FC Bayern.

Natürlich gehört es zu einer guten Vorbereitung des Schiedsrichters dazu, auch zu wissen, auf wen die Teams in der kommenden Partie treffen. Und jeder weiß, dass es besonders ist, gegen den FC Bayern zu spielen. Insofern muss man sich als Schiedsrichter stets besonders überlegen, wann man wen und warum bestraft.

Petersen hat in dieser Partie mehrere Fehler begangen. In der Konsequenz hat er einen Trainer überhart bestraft, weil dieser mit einem kapitalen Fehler von ihm nicht einverstanden war.

Nun hatte der DFB die Chance, die Spielstrafe gegen Wagner auf Bewährung auszusetzen. Völlig offensichtlich ist, dass der DFB Angst davor hat, einen Präzedenzfall zu schaffen. Die WM 2026 lässt grüßen.

Dabei geht es im Sport auch immer darum, für Fairness zu sorgen. Hier ist es eindeutig: Ein Trainer wurde eindeutig unfair bestraft. Wenn aber der DFB den Fehler seiner ausgewählten Schiedsrichter nicht korrigieren will, dann gilt es auch Konsequenz zu zeigen gegenüber dem Leistungssportler Petersen.

Der Schiedsrichter machte am vergangenen Samstag einen kapitalen Bock. In der Folge sollte auch der 41-Jährige weniger eingeteilt werden und in dieser Saison unter der Einsatzmarke von zehn Spielen in der Bundesliga bleiben.

Zudem sollten sich DFB-Verantwortliche Gedanken machen, ob man einen 41 Jahre alten Schiedsrichter mit durchschnittlichen Leistungen wirklich noch in der Bundesliga durchschleppen muss, oder ob jüngere Schiedsrichter mehr Chancen erhalten, um schneller Erfahrung auf Top-Niveau zu sammeln.

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