Leroy Sané bleibt der ewige Vier-Minus-Schüler

Bild: Molly Darlington/Getty Images
Deutschland gewinnt 7:1 gegen Curacao, Leroy Sané erhält jedoch schwache Bewertungen.
Jeder kennt diesen Schülertyp: Er schreibt in den Hauptfächern meist die Note vier oder fünf, seine Versetzung ist gefährdet. Seine Eltern und Lehrer beschwichtigen die Situation jedoch regelmäßig und behaupten: Wenn er will, kann er bessere Leistungen zeigen. Er müsse es nur wollen.
Dieser Schülertyp gefällt sich in dieser Rolle. Er schafft es immer wieder auf den letzten Drücker, die nächste Klasse zu erreichen und lebt ein wenig von seinem Ruf, potenziell ein sehr guter Schüler zu sein – auch wenn er nie wirklich bewiesen hat, dass er es besser kann.
2016 Wechsel zu Manchester City
Um nichts anderes geht es bei der Karriere von Leroy Sané. Bei Schalke 04 wurde er als nächstes deutsches Mega-Talent gefeiert. Dass der Klub 2015/16 mit ihm die Qualifikation zur Champions League verpasste, entschuldigte man damit, dass der junge Flügelstürmer das Team natürlich noch nicht führen könne.
Für rund 50 Millionen Euro wechselte er dann zu Manchester City und Star-Trainer Pep Guardiola. Sané konnte zunächst als Talent glänzen, blieb aber vier Jahre lang Ergänzungsspieler und wurde nicht Stammspieler.
Das hielt den FC Bayern 2020 nicht davon ab, das große Talent von Sané zu beschwören und ebenfalls rund 50 Millionen Euro für ihn auszugeben. In München war Sané dann Stammspieler, doch fünf Jahre lang blieb der Tenor ähnlich: Sané habe Potenzial, wenn er wolle, könne er einer der besten Fußballer der Welt sein. Vier Trainer, zu den besten der Welt zählend – Hansi Flick, Julian Nagelsmann, Thomas Tuchel und Vincent Kompany – glaubten an diese Traumstory mit Sané. Doch am Ende stießen sie alle an ihre Grenzen mit ihm.
Seit 2025/26 spielt Leroy Sané nun für Galatasaray Istanbul. Auch in der Türkei ist Sané ein Ergänzungsspieler, obwohl er, ähnlich wie in München, wie ein Superstar bezahlt wird.
Das lässt sich auch auf die Nationalmannschaft übertragen: Sané lebte stets von seinem Ruf, einer der besten Spieler der Welt sein zu können. Er hat es aber nie gezeigt. Nur wenn seine Versetzung gefährdet war, etwa als ihn Bundestrainer Julian Nagelsmann während der WM-Qualifikation kritisierte, konnte Sané gegen die Slowakei kurz Leistung zeigen und Tore erzielen.
Schwache Kritiken für Sané
Nun dreht sich alles wieder im Kreis: Deutschland siegte zum Auftakt der WM 2026 mit 7:1 gegen Curacao. In nahezu allen Medien wurde Sané aufgrund seiner dürftigen Leistung, darunter das Vergeben großer Torchancen, kritisiert. Bundestrainer Julian Nagelsmann war dagegen mit dem 30-Jährigen sehr zufrieden – und Sané selbst auch mit sich.
Damit sind wir bei der WM 2026 und Deutschland wieder beim Gleichnis aus der Schule angekommen: Der Vier-Minus-Schüler gefällt sich in seiner Rolle und lebt davon, dass seine Eltern und Lehrer mehr in ihm sehen, als er wirklich leisten kann. Leroy Sané bleibt deshalb auf dem Spielfeld der ewige Vier-Minus-Schüler.