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Die neue FIFA-Idee spielt arme und reiche Länder gegeneinander aus

Bild: Angel Delgado/Getty Images

Gianni Infantino will noch mehr Geld für die FIFA einnehmen und die WM mit Investoren neu vermarkten. Seine Idee polarisiert, arme und reiche Länder könnten in einen Konflikt geraten. Ein Kommentar von Frühes-Tor.de.

FIFA-Chef Gianni Infantino polarisiert mit seiner neuen Idee. Im Wesentlichen geht es darum, die Fußball-Weltmeisterschaft quasi aus dem Weltverband auszulagern, Investoren einzubinden und damit noch mehr Geld zu generieren.

Dabei droht jedoch, dass die FIFA als oberste moralische Instanz des Weltfußballs weiter an Glaubwürdigkeit verliert und womöglich erstmals externe Investoren mitbestimmen, wie eine WM zu verlaufen hat.

UEFA läuft Sturm gegen FIFA-Vorhaben

Die UEFA und ihre 55 Mitgliedsverbände liefen von Beginn an Sturm gegen dieses Vorhaben. Am Donnerstag wurde auch öffentlich klargemacht: Wird das Vorhaben umgesetzt, werden die Europäer wohl die WM und weitere Veranstaltungen boykottieren.

Auch der Verband CONCACAF, der Nord- und Mittelamerika vertritt, stellte sich gegen den Vorschlag. Zudem wurde angemerkt, eine Idee dieser Dimension müsse in den Gremien der FIFA zunächst diskutiert und vorbereitet werden.

Die Vereinigung der afrikanischen Verbände CAF äußerte dagegen Zustimmung für den Vorschlag von Infantino.

Bis Freitagmorgen hielten sich weitere Verbände mit meinungsstarken Äußerungen zurück. Später folgte der asiatische Verband AFC und äußerte, wie die Europäer und Nordamerikaner, seine Ablehnung gegenüber dem FIFA-Vorhaben.

Drei Millionen Euro mehr pro Jahr

Auffällig ist folgende Konstellation: Infantino bewirbt den anteiligen Verkauf der WM auch damit, die Einnahmen deutlich zu erhöhen und sie an die Verbände zu verteilen. So kursiert das Beispiel, dass die 211 Verbände pro Jahr drei Millionen Euro mehr einnehmen könnten. Schätzungsweise geht es sogar um noch höhere Einnahmen.

Während reiche Industrieländer und ihre Verbände, also vor allem die Europäer mit unter anderem Deutschland und die Nordamerikaner mit unter anderem den USA, mit der Summe aber nicht groß geködert werden können, wäre so eine Summe für nahezu jeden afrikanischen Verband enorm hilfreich.

Auch die Schwellenländer, vornehmlich in Asien und Südamerika, werden hier vor eine Probe gestellt: Moral und Integrität versus Geld.

Infantino wiederum weiß: Jene Verbände, die finanziell enorm profitieren, werden ihm bei seiner Wiederwahl 2027 keine Steine in den Weg legen.

Die neue FIFA-Idee spielt damit arme und reiche Länder gegeneinander aus.

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