Offiziell: Hannover setzt Titz vor die Tür

Bild: Selim Sudheimer/Getty Images
Hannover 96 trennt sich nach dem Fehlstart von Christian Titz. Der Aufstiegskandidat zieht nach nur vier Punkten die Konsequenzen.
Christian Titz ist nicht mehr Trainer von Hannover 96. Wie der Zweitligist auf seiner Homepage bekannt gab, wurde der 55-Jährige von seinen Aufgaben entbunden. Damit reagiert der Aufstiegskandidat auf den enttäuschenden Start in die neue Saison. Hannover holte aus den ersten fünf Ligaspielen lediglich vier Punkte und kassierte drei Niederlagen. Das 1:2 beim 1. FC Nürnberg war schließlich eine Pleite zu viel.
„Hannover 96 hat Christian Titz von seiner Tätigkeit als Cheftrainer der Profimannschaft freigestellt. Auch Co-Trainer André Kilian, der im Sommer 2025 gemeinsam mit Titz vom 1. FC Magdeburg nach Hannover gewechselt war, wird von seinen Aufgaben entbunden. Für das anstehende Ligaspiel gegen den VfL Bochum gibt es eine Interimslösung“, schrieb der Klub auf seiner Homepage am Montagabend.
Boldt: „Haben ehrliche Gespräche geführt“
Sportgeschäftsführer Jonas Boldt erklärte: „Es war unser gemeinsames Ziel, auf der vorherigen Saison aufzubauen – verbunden mit der berechtigten Hoffnung, dass wir einen gewissen Schwung mit in die neue Spielzeit nehmen können. Das hat sich leider nicht in der gewünschten Form eingestellt.“
Er führte aus: „Am Wochenende nach der Niederlage in Nürnberg haben wir offene und ehrliche Gespräche miteinander geführt und uns den Verlauf der vergangenen Wochen und Monate sehr genau angeschaut. Unserer Mannschaft hat es in entscheidenden Momenten an Stabilität und Klarheit gefehlt – es ist nicht gelungen, ein konstantes Leistungsniveau zu erreichen. Zugleich sind negative Muster sichtbar geworden, die auch zum Ende der Vorsaison erkennbar waren. Unterm Strich stehen wir in der Verantwortung, für Klarheit zu sorgen. Mit Blick auf die Gesamtentwicklung fehlt uns bei einer ehrlichen Betrachtung die Überzeugung, dass wir in dieser Konstellation die notwendige Beständigkeit und Dynamik entwickeln werden, um unser Zielbild zu erreichen, mit Hannover 96 unter vernünftigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nachhaltig erfolgreich zu sein.“
Kind hatte Titz noch gestützt
Boldt hatte Titz bereits nach der Partie öffentlich angezählt. „Dass wir jetzt so nicht weitermachen können, das liegt auf der Hand“, erklärte der 44-Jährige. Wenig später berichteten HAZ und Neue Presse, dass die Trennung intern beschlossen worden sei.
Bemerkenswert: Aufsichtsratschef Martin Kind hatte dem Trainer erst Ende August öffentlich den Rücken gestärkt. „Er bleibt“, lautete damals seine klare Ansage. Wenige Wochen später ist Titz seinen Job dennoch los.
Der Fußballlehrer war im Sommer 2025 vom 1. FC Magdeburg nach Hannover gewechselt. In seiner ersten Saison führte er die Niedersachsen zwar zur statistisch besten Zweitliga-Spielzeit seit dem Abstieg, verspielte den möglichen Aufstieg aber an den letzten Spieltagen. Sein Vertrag lief ursprünglich noch bis Juni 2027. Als mögliche Nachfolger wurden zuletzt unter anderem Mitch Kniat, Alexander Blessin, Dimitrios Grammozis und HSV-Co-Trainer Loïc Favé gehandelt.
Zunächst wird nun U23-Coach Lars Barlemann die 96-Lizenzmannschaft interimsweise auf das anstehende Zweitligaheimspiel gegen den VfL Bochum am Sonntag vorbereiten. Unterstützt wird er dabei von seinem U23-Co-Trainer Christian Schulz sowie dem bisherigen Trainerteam und Staff.