FC Bayern hat seine erfolgreichste Transferstrategie längst aufgegeben

Bildunterschrift
Der FC Bayern verfolgt zahlreiche Strategien, um mit seiner Kaderplanung Erfolg zu haben. Die wortwörtlich erfolgreichste hat er jedoch längst aufgegeben.
Gemessen an den hohen Ansprüchen des FC Bayern: Wie erfolgreich war der deutsche Rekordmeister in den vergangenen Jahren?
Ein Double-Sieg in sechs Jahren
Das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal verpasste er zwischen 2021 und 2025. Das Halbfinale der Champions League erreichte er seit 2020/21 nur zweimal, nämlich in der abgelaufenen Saison und 2023/24. Hinzu kommt die verlorene Meisterschaftsserie an Bayer 04 Leverkusen im Jahr 2024.
Vieles wurde in den vergangenen Jahren an der Leistung der Trainer festgemacht. So wird derzeit Trainer Vincent Kompany für seine Erfolge bejubelt, während die Vorgänger Thomas Tuchel und Julian Nagelsmann meist in der Kritik standen.
Die Spieler des deutschen Rekordmeisters kamen dagegen meist glimpflich davon. Dabei ist ein starker Kader die Voraussetzung für Erfolg. Und hier gibt es eine große Auffälligkeit in der Kaderplanung der vergangenen Jahre: Der FC Bayern investierte vorrangig mehr Geld in extrem teure Vertragsverlängerungen, als dass er neue Stars holte.
Noch präziser: Über Jahrzehnte gehörte es zur erfolgreichen Transferstrategie des FC Bayern, Spieler aus dem Land des jeweiligen Fußball-Weltmeisters zu verpflichten.
2007/08 wechselte beispielsweise der italienische Weltmeister Luca Toni zum FC Bayern. 2012 wurde Mittelfeldspieler Javi Martínez verpflichtet. Der Welt- und Europameister galt als wesentlicher Impuls für den Triple-Gewinn 2013.
In der Folge holten die Münchner weitere Spanier (u.a. Xabi Alonso) und dann Spieler aus der nächsten aufstrebenden Fußballnation, dem 2018-Weltmeister Frankreich (u.a. Corentin Tolisso, Benjamin Pavard), an Bord.
Keine Weltmeister aus Spanien und Argentinien
Doch die zwei dominierenden Nationen der 2020er Jahre, Argentinien als Südamerikameister, Weltmeister 2022 und Vize-Weltmeister 2026 sowie Spanien als amtierender Europa- und Weltmeister, spielen in den Kaderplanungen der Münchner nahezu keine Rolle.
Dabei steckte stets eine sinnvolle Idee dahinter: Spieler auf Top-Niveau aus den erfolgreichsten Fußballnationen der Welt bereichern ein international ausgerichtetes Team wie den FC Bayern auf allen Ebenen. Diese Bereicherung erhöht in der Regel die Chance auf viele Siege und große Erfolge.
Man könnte nun anführen, dass die argentinischen und spanischen Spieler so teuer seien, sowohl bei Ablöse als auch Gehalt. Das mag vielleicht für ihre Top-Stars Messi, Yamal und Rodri gelten. Aber rund die Hälfte der Spieler Argentiniens und Spaniens spielen auf Klub-Ebene eher für Vereine der Marke SC Freiburg, also solide und im Europacup vertreten. Das war auch einst bei Martinez nicht anders, der von Athletic Bilbao kam.
Warum der FC Bayern seine wortwörtlich erfolgreichste Transferstrategie, nämlich Spieler aus den Weltmeisternationen zu holen, längst aufgegeben hat, bleibt sein Geheimnis.