„Eine Herkulesaufgabe“: Stevens gibt dem HSV einen Krisenplan

Bild: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images
Drei Spiele, zwölf Gegentore: Der HSV steckt im Abwehr-Chaos. Huub Stevens gibt Merlin Polzin einen klaren Krisenplan.
Null Punkte, 0:12 Tore und der letzte Tabellenplatz: Der Hamburger SV ist mit drei deutlichen Niederlagen in die Bundesliga-Saison gestartet. Besonders die vollständig verunsicherte Defensive bereitet große Sorgen. Huub Stevens kennt eine solche Lage. Im Februar 2007 übernahm der frühere HSV-Trainer die Hamburger ebenfalls als Tabellenletzten und führte sie am Saisonende noch ins internationale Geschäft.
„Psychologe, Vaterfigur und Vorbild“
Die aktuelle Aufgabe bezeichnet Stevens gegenüber der Bild als gewaltig: „Puh, das ist eine Herkulesaufgabe. Aber das ist nicht unmöglich.“ Auf schnelle Hilfe vom Spielermarkt sollte der HSV allerdings nicht hoffen. „Einen vertragslosen Profi zu finden, der klar besser ist als das vorhandene Personal, wäre mehr als ein Glücksfall“, stellt Stevens klar.
Nun kommt es für Stevens vor allem auf Merlin Polzin an: „In so einer Situation bist du als Trainer ein Psychologe, Vaterfigur und Vorbild für die Spieler. Alle schauen auf dich, registrieren, was du sagst und tust.“ Die Verantwortung liege jedoch nicht allein beim Trainer. „Sein Trainerteam, der Staff sowie der Vorstand müssen in jeder Sekunde hinter ihm stehen, ihm den Rücken stärken“, fordert Stevens. Seine Botschaft an den gesamten Verein lautet: „Wir werden nur erfolgreich sein, wenn wir es gemeinsam machen.“
Auch das vorhandene Abwehrpersonal nimmt der 72-Jährige in Schutz. „Spieler wie Torunarigha, Capaldo oder Bornauw“ besäßen eine gewisse Klasse, könnten diese derzeit aber nicht abrufen. Deshalb müssten die Trainer den verunsicherten Profis durch Erfolgserlebnisse im Training sowie Einzel- und Gruppengespräche „ein gutes Gefühl geben“.
Nach dem erneuten 0:5 bei RB Leipzig warnt Stevens vor zusätzlicher Verkrampfung. Gelinge es dem HSV, das verlorene Selbstvertrauen zurückzugewinnen, „geht vieles von selbst“.