Erst kein Klub, dann falsche Versprechen: Atubolus Transfer-Poker

Bild: Maja Hitij/Getty Images
Noah Atubolu wollte den SC Freiburg unbedingt verlassen und träumte von der Premier League. Nach monatelangem Transfer-Poker wechselte der Torhüter zu Eintracht Frankfurt. Nur zwei Tage später machte Aston Villa den Abgang von Emiliano Martínez offiziell.
Ausgerechnet dessen Abschied sollte Atubolu nach Angaben seiner damaligen Berater den Weg zu Aston Villa öffnen. Als Martínez tatsächlich ging, hatte sich Villa allerdings längst für einen anderen Torhüter entschieden.
Atubolus Seite forcierte früh den Abschied
Atubolu lehnte eine Vertragsverlängerung in Freiburg zunächst ab. Bereits im April berichtete der Kicker, dass seine damalige Beratungsagentur einen Wechsel im Sommer vorantreibe.
Konkrete Anfragen oder Angebote lagen zu diesem Zeitpunkt demnach noch nicht vor. Als bevorzugtes Ziel wurde jedoch immer wieder die Premier League genannt. Freiburg reagierte auf die unklare Situation und verpflichtete Mio Backhaus von Werder Bremen als neuen Torhüter.
Damit hatte Atubolu seinen Abschied eingeleitet, ohne bereits einen neuen Verein gefunden zu haben. Die Suche nach einem Abnehmer zog sich anschließend über weite Teile der Transferperiode.
Berater stellten Aston Villa in Aussicht
Besonders große Hoffnungen soll Atubolu auf Aston Villa gesetzt haben. Laut einem weiteren Kicker-Bericht vermittelten ihm seine damaligen Berater, dass er bei Villa weit oben auf der Liste stehe, sobald Martínez den Verein verlasse.
Ähnliche Aussichten soll die Agentur dem 24-Jährigen auch beim AC Mailand und bei Borussia Dortmund gemacht haben. Die entsprechenden Torwartpositionen wurden zunächst jedoch nicht frei. Atubolu trennte sich daraufhin von der Agentur und führte die weitere Vereinssuche gemeinsam mit einem Sportanwalt fort.
Am 28. August präsentierte Eintracht Frankfurt schließlich den Torhüter. Atubolu verlängerte zuvor seinen Vertrag beim SC Freiburg und wechselte zunächst auf Leihbasis zur Eintracht. Die Vereinbarung beinhaltet nach Angaben der beiden Klubs eine bedingte Kaufverpflichtung.
Villa holte Martínez-Nachfolger vor dem Abschied
Nur zwei Tage nach der Verkündung des Frankfurt-Transfers bestätigte der FC Chelsea die Verpflichtung von Martínez. Der argentinische Weltmeister unterschrieb bei den Londonern einen Vertrag über drei Jahre.
Der von Atubolus Beratern in Aussicht gestellte Fall trat damit tatsächlich ein. Eine Chance auf den Wechsel nach Aston Villa ergab sich für ihn dennoch nicht mehr: Aston Villa hatte bereits am 19. August Zion Suzuki verpflichtet. Der japanische Nationaltorhüter kam vom italienischen Erstligisten Parma.
Atubolu hatte damit zunächst seinen Abschied aus Freiburg vorangetrieben, bevor ein neuer Klub feststand. Anschließend wartete er auf eine Möglichkeit bei Aston Villa, die ihm seine damaligen Berater in Aussicht gestellt hatten. Als Martínez den Verein schließlich verließ, war dessen Nachfolger bereits verpflichtet – und Atubolu seit zwei Tagen Spieler von Eintracht Frankfurt.