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Kontrolle ohne Plan: Was beim BVB gerade schiefläuft

Bild: Maryam Majd/Getty Images

Borussia Dortmund wartet seit drei Spielen auf einen Sieg. Das 0:0 bei Union Berlin legt die Probleme schonungslos offen.

Nach dem 2:2 gegen Werder Bremen und dem 0:1 bei Bodø/Glimt kam der BVB auch bei Union Berlin nicht über ein torloses Remis hinaus. Die Ruhr Nachrichten sprechen bereits von einer Krise und spielerischer Armut.

Trainer Niko Kovač sah das Problem vor allem im Spiel nach vorne. „Meines Erachtens haben wir das Spiel kontrolliert. Trotzdem haben wir uns aus dieser Kontrolle heraus nicht die guten Chancen erspielt, die wir brauchen, um letztendlich auch Tore zu schießen“, sagte er bei DAZN.

Der Kampf stimmt, das Spiel nicht

An der Einstellung lag es diesmal nicht. Nach der Kritik an fehlender Leidenschaft in Bodø gewann der BVB laut Sportschau rund 60 Prozent der Zweikämpfe und hatte etwa 70 Prozent Ballbesitz.

Doch Torgefahr entstand kaum: Zur Pause lag der Expected-Goals-Wert der Dortmunder bei gerade einmal 0,11. Unions Keeper Frederik Rønnow musste erst in der 87. Minute ernsthaft eingreifen.

Probleme schon im Aufbau

Ein Grund für die fehlende Torgefahr liegt bereits im Spielaufbau. Laut schwatzgelb.de ließ sich Jobe Bellingham häufig neben die Innenverteidiger fallen, um Joane Gadou zu entlasten, der im Passspiel weiter Probleme hat.

Dadurch lag mehr Verantwortung bei Felix Nmecha, der seine Form aus der Vorsaison noch nicht wiedergefunden hat. Auch Bellingham selbst blieb blass.

Keine Breite, keine Tiefe

Hinzu kommen Probleme in der Raumaufteilung und fehlende Bewegung, das Spiel wirkt oft zu statisch. Umschaltmomente werden aufgrund fehlender Geschwindigkeit kaum genutzt.

Hat der Gegner seine Ordnung gefunden, hofft der BVB auf Einzelaktionen oder Fehler der gegnerischen Verteidigung. Laufwege, die Lücken reißen, oder Pässe, die für Unordnung sorgen, sind Mangelware.

Es fehlt der Mut zum Risiko. Auch Torwart Gregor Kobel vermisste vor allem Läufe in die Tiefe, ein Problem, das Kovač schon nach Bodø angesprochen hatte: „Wir haben alles in den Fuß, nichts hinter die Kette.“

Fehlen die Unterschiedsspieler?

Doch liegt das Problem wirklich nur bei Taktik und Trainer? Auffällig ist, dass dem BVB derzeit die Spieler fehlen, die ein Spiel bestimmen können.

Giannis Konstantelias fällt nach einem Kreuzbandriss lange aus, Konstantinos Karetsas verletzte sich in Berlin am Sprunggelenk. Julian Brandt, im Sommer zu Ajax Amsterdam gewechselt, wird dort inzwischen gefeiert.

Bei welchem Spieler stehen die Fans auf, sobald er an den Ball kommt? Wer bringt allein mit seiner Präsenz die gegnerische Abwehr zum Nachdenken?

Es fehlen Überraschungsmomente und die Spieler, die dafür sorgen.

Kaum Zeit zur Korrektur

Gegen tief stehende Gegner wirkt der BVB derzeit planlos, gegen hohes Pressing überfordert. Zeit zur Aufarbeitung bleibt kaum: Am Dienstag geht es in der Champions League bei Sabah FK weiter, am Samstag wartet Eintracht Frankfurt.

Waldemar Anton brachte die Lage nach dem Spiel auf den Punkt. „Wir müssen einfach offensiv besser sein und aktuell reicht es nicht.“

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