Trotz perfekter Bilanz: Leitl hält Hertha-Stars eine Strafpredigt

Bild: Maja Hitij/Getty Images
Hertha BSC führt die 2. Bundesliga mit makelloser Bilanz an. Doch Trainer Stefan Leitl ist alles andere als zufrieden und ergreift Maßnahmen.
Sieben Spiele, sieben Siege: Hertha BSC ist bislang das Maß aller Dinge in der 2. Bundesliga. Doch trotz der perfekten Ausbeute herrscht bei Trainer Stefan Leitl keineswegs uneingeschränkte Zufriedenheit. Nach dem mühsamen 2:1 gegen die SpVgg Greuther Fürth nahm der 49-Jährige seine Mannschaft deutlich in die Pflicht. Bereits am Tag nach dem Erfolg bekamen die Berliner zu spüren, dass ihr Trainer mit der Leistung nicht einverstanden war.
Leitl nimmt Herthas Defensivarbeit ins Visier
Wie der Berliner Kurier berichtet, begann das Training am Montag mit erheblicher Verspätung. Eigentlich sollten die Profis um 10 Uhr auf dem Schenckendorffplatz stehen, doch erst 31 Minuten später verließen sie die Kabine. Grund dafür war eine ausführliche Videoanalyse, bei der Leitl die Fehler seiner Mannschaft schonungslos aufarbeitete.
„Die Art und Weise, wie wir in das Spiel gegangen sind, hat mir überhaupt nicht gefallen“, kritisierte der Hertha-Coach. Vor allem die mangelnde Intensität und das unzureichende Pressing bereiteten ihm Sorgen. Während seine Mannschaft beim 2:1 gegen Dynamo Dresden noch 127 Kilometer zurückgelegt hatte, waren es gegen Fürth lediglich 115 Kilometer. „Dabei ging es insbesondere um die Defensivarbeit“, erklärte Leitl mit Blick auf die Videoanalyse.
Besonders eine Szene aus der 23. Minute verdeutlichte die Probleme. Nach einem Einwurf konnte Fürth beinahe ungehindert kontern. Nur Torhüter Marius Gersbeck verhinderte, dass Omar Sillah zum Abschluss kam. Solche Nachlässigkeiten will Leitl künftig vermeiden. „Das darf auf keinen Fall passieren. Wir werden daran arbeiten, dass wir unsere Prinzipien unseres Fußballs beibehalten“, stellte er klar.
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt den Berlinern ohnehin nicht. Am Freitag wartet das Auswärtsspiel beim Tabellenletzten Holstein Kiel, ehe am 28. Oktober im DFB-Pokal der SSV Jeddeloh II auf dem Programm steht. Leitl nutzte den Montag deshalb auch zur Vorbereitung auf den Pokalgegner und reiste nach Niedersachsen, um dessen Regionalligaspiel gegen den VfB Lübeck persönlich zu beobachten. Die makellose Bilanz soll die Berliner schließlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass weiterhin Verbesserungsbedarf besteht. Leitl macht deutlich, dass für ihn nicht allein die Ergebnisse zählen, sondern auch die Art und Weise, wie seine Mannschaft auftritt.