Warum der BVB seine Stars nicht mehr sofort verkaufen muss

Bild: Christof Koepsel/Getty Images
Borussia Dortmund hat im zurückliegenden Transfersommer mehr als 100 Millionen Euro in neue Spieler investiert. Trotz eines Jahresverlustes von 21,7 Millionen Euro musste der BVB dafür offenbar kein großes finanzielles Risiko eingehen. Möglich machen das ausstehende Einnahmen aus früheren Verkäufen und eine veränderte Kostenstruktur.
In den kommenden Jahren sollen noch rund 120 Millionen Euro aus bereits abgeschlossenen Transfers nach Dortmund fließen. Dabei handelt es sich allerdings nicht um einen unerwarteten Geldregen, sondern um vertraglich vereinbarte Ratenzahlungen.
BVB kassiert weiter für Bellingham und Co.
Nach einem Bericht von Sport.de stehen dem BVB noch Zahlungen für mehrere frühere Spieler zu. Dazu gehören unter anderem Jude Bellingham, Jamie Gittens und Donyell Malen. Weitere Forderungen entstanden durch die jüngsten Verkäufe von Karim Adeyemi, Cole Campbell und Julien Duranville.
Insgesamt sollen sich die ausstehenden Transferzahlungen auf rund 120 Millionen Euro summieren. Gleichzeitig muss Dortmund die Ablösen für seine eigenen Neuzugänge ebenfalls nicht sofort vollständig überweisen. Die vereinbarten Summen werden laut FussballTransfers über einen Zeitraum von drei bis vier Jahren gezahlt.
Dadurch konnte der BVB unter anderem Joey Veerman, Konstantinos Karetsas, Giannis Konstantelias und Joane Gadou verpflichten, ohne die gesamten Ablösen auf einen Schlag aufbringen zu müssen.
Dortmund verringert den Verkaufsdruck
Zusätzlich hat der Verein seine laufenden Ausgaben reduziert. Die Kaderkosten sollen im Vergleich zur vergangenen Saison um rund 20 Millionen Euro gesunken sein. Abgänge von Großverdienern und der verstärkte Einsatz junger Spieler tragen dazu bei. Weitere Einsparungen bei den Sachkosten sowie steigende Einnahmen durch Sponsoren verschaffen dem Klub zusätzlichen Spielraum.
Dass der BVB wirtschaftlich weiterhin stabil aufgestellt ist, hatte die Borussia bereits bei ihrer Bilanzpressekonferenz betont. Das Eigenkapital liegt demnach weiterhin bei rund 300 Millionen Euro, neue Finanzschulden wurden nicht aufgenommen. Geschäftsführer Carsten Cramer erklärte zudem, der Verein wolle sich „noch unabhängiger von Transferaktivitäten“ aufstellen.
Damit sinkt der Druck, Leistungsträger bei einem lukrativen Angebot sofort abgeben zu müssen. Die 120 Millionen Euro sind zwar auf mehrere Jahre verteilt und nicht frei als zusätzliches Transferbudget verfügbar. Sie geben Dortmund jedoch Planungssicherheit und helfen dabei, den eingeschlagenen sportlichen Kurs längerfristig zu verfolgen.