DFB-Team

Experten diskutieren: Ist Kimmich noch der Richtige im DFB-Team?

Bild: Alex Grimm/Getty Images

Ist Joshua Kimmich im DFB-Trikot der richtige Spieler für das zentrale Mittelfeld? Experten äußern ihre klare Meinung.

Welche Rolle spielt Joshua Kimmich noch im DFB-Team? Darüber haben bei RTL Oliver Kahn, Michael Ballack und Roman Weidenfeller diskutiert.

Anlass ist die Rolle des DFB-Kapitäns unter Bundestrainer Jürgen Klopp rund um das Rückspiel in Griechenland. Im Hinspiel hatte sich Kimmich beim 0:1 in Augsburg einen Ballverlust im Aufbau geleistet und später einen Schuss von Dimitrios Kourbelis ins eigene Tor abgefälscht.

Im zweiten Block der Länderspielphase fehlt Kimmich im Aufgebot. Die RTL-Experten ordneten seine Rolle bei Klopp dennoch grundsätzlich ein.

Kahn sieht zwei Kimmichs

Auf die Frage, ob es einen Bayern- und einen Nationalmannschafts-Kimmich gibt, antwortete Kahn eindeutig. „Den gibt es mit absoluter Sicherheit, weil er natürlich bei Bayern ganz anders auftreten kann mit den ganzen Erfolgen im Rücken.“

Als Führungsfigur brauche Kimmich Erfolge, die das DFB-Team zuletzt nicht geliefert habe. Es sei „schon wichtig, dass die anderen zu ihm aufschauen, und dafür fehlen ihm natürlich diese Erfolge, die die Nationalmannschaft insbesondere in der Vergangenheit eben nicht hatte“, so Kahn.

Weidenfeller: Leader, aber Leistung muss stimmen

Weidenfeller stellte sich grundsätzlich hinter den Kapitän, knüpfte das aber an eine Bedingung. „Ich glaube schon, dass es für Jürgen natürlich der Leader ist, aber auf der anderen Seite muss Joshua Kimmich natürlich auch mit Leistung vorangehen.“

Im Nationalteam fehle Kimmich zudem das Umfeld. „Bei den Bayern fühlt sich Kimmich natürlich deutlich wohler im Mittelfeld als bei der deutschen Nationalmannschaft„, sagte Weidenfeller und beschrieb sein Spiel so: „Er verlangsamt meistens das Spiel. Und spielt eher quer als nach vorne.“

Kahn zum Griechenland-Spiel

Kahn erklärte das anhand der Partie in Augsburg: „Er macht das Spiel ja deshalb langsam, weil jeder ihn irgendwo auf eine gewisse Art immer sucht und er immer jeden Ball bekommt. Dann hat er den Ball, dann vergeht ein bisschen Zeit, und dann wird der Ball weitergespielt.“

Auch Kimmichs Einsatz auf der rechten Position bei der Weltmeisterschaft sah Kahn kritisch. „Ich glaube, das hat ihm auch nicht gut getan.“

Ballack: Klopp schafft sich Optionen

Ballack ordnete Klopps Vorgehen ein und hält es für nachvollziehbar, dass der Bundestrainer nicht allein auf Kimmich setzt. „Er schaut nach vorn, und er braucht neue Kräfte. Deswegen ist es auch legitim, diesen Weg zu gehen.“

Beim Thema Position blieb er zurückhaltend. „Ich war immer ein Befürworter, ihn auch eher rechts stärker zu sehen mit all seinen Eigenschaften. So ist er auch groß geworden. Und da war er für mich Weltklasse im Mittelfeld“, sagte Ballack.

Im DFB-Team fehlten zudem die Außenspieler, die tief stehende Gegner im Eins-gegen-eins knacken könnten. „Da haben wir diese Spieler im Moment nicht. Und deswegen ist ein anderes Spiel, vielleicht schneller durch die Mitte mit anderen Charakteren, vielleicht auch eine Option.“

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