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Werder Bremen wird zur Lachnummer: Wann übernimmt Fritz Verantwortung?

Bild: Stuart Franklin/Getty Images

Werder Bremen steckt sportlich und finanziell schon wieder in der Krise. Braucht es eine Änderung auf dem Managerposten?

Wer dieser Tage als Fußballfan auf Social Media seine Timeline durchgeht, kommt wohl kaum an einem Witz über Werder Bremen vorbei. Der große deutsche Traditionsklub ist drauf und dran, zur Lachnummer des deutschen Profifußballs zu werden.

Fritz bringt Aldi-Gleichnis

Gibt es nicht schon Probleme und Fehler en masse, setzte Manager Clemens Fritz kurz vor dem Ende des Deadline Days noch einen drauf. Auf die Frage, ob für den verletzten Topstar Jens Stage ein gleichwertiger Ersatz besorgt werden könne, sagte Fritz laut Deichstube: „Wenn du zehn Euro in der Tasche hast, kannst du bei Aldi nicht 20 ausgeben.“

Wenn der Sportchef eines großen deutschen Traditionsklubs bereits in Aldi-Kategorien denkt und damit veranschaulicht, wie schlimm es um den Verein steht, sollten die grün-weißen Alarmglocken schrillen – und gleichzeitig sollte sehr schnell die Frage gestellt werden, ob Werder auf der Managerposition, bezeichnet als Geschäftsführer Sport, noch gut aufgestellt ist.

Werder legt Rückwärtsgang ein

Nach einem Zwischenhoch befindet sich Werder Bremen in den letzten Monaten wieder deutlich im Rückwärtsgang. Diese Entwicklung ist unweigerlich mit Clemens Fritz zu verbinden. In den verschiedensten Bereichen läuft es nicht rund bei Werder, meist führt am Ende stets die Spur zu Fritz, der für den sportlichen Bereich hauptverantwortlich ist.

Da wäre zum Beispiel das Thema Trainer. Im Sommer vergangenen Jahres ließ Fritz fast gleichgültig Erfolgstrainer Ole Werner ziehen. Offenbar war Fritz nicht klar, dass Werner mit dem Kader mehrere Jahre überperformt hatte.

Erfolglose Trainerwahl

Dann entschied sich Fritz für den erfolgreichen Routinier der SV Elversberg, Horst Steffen, als neuen Werder-Coach. Nach 21 Pflichtspielen und einer Rebellion der erfahrenen Spieler hatte Fritz bereits genug und entließ Steffen.

Dafür kam Bundesliga-Rookie Daniel Thioune. Dieser schaffte mit Werder den Klassenerhalt, allerdings eher deshalb, weil die Konkurrenz noch schwächer war als Werder. Fun-Fact: Thioune kommt mit Werder in der Bundesliga auf einen Punkteschnitt von 0,87. Vorgänger Steffen weist einen besseren Wert mit 0,95 Punkten pro Partie auf.

Es geht aber nicht nur um die Trainerfrage bei Werder. Im Nachwuchs tut sich eigentlich wenig bei Werder. Dazu hat man das Juwel Nick Woltemade verschlafen, das erst beim VfB Stuttgart aufblühte.

Coulibaly unter Wert verkauft

Nun gab es dann doch einen Glücksgriff mit dem vor einem Jahr aus Hamburg verpflichteten Karim Coulibaly. Innerhalb einer Saison brachte es der junge Verteidiger auf einen Marktwert von 28 Millionen Euro. So hoffte Werder in diesem Sommer mit einem Verkauf des 19-Jährigen ordentlich Kasse zu machen. Am Ende wurde Coulibaly zum Notverkauf und brachte 20 Millionen Euro durch seinen Wechsel zu Racing Straßburg ein. Das sind acht Millionen Euro unter Marktwert, während andere Klubs auf dem überhitzten Markt meist Rekordpreise erzielen.

Überhaupt hat Bremen in den vergangenen Jahren selten Spieler teuer an den Mann gebracht. Man findet auch kaum Ex-Werder-Spieler, die sich weiterentwickeln und nun bei europäischen Topklubs performen. Bis vor Kurzem hätte man noch Niclas Füllkrug als Beispiel erwähnen können, der vor drei Jahren für rund 17 Millionen Euro zu Borussia Dortmund gewechselt war. Doch auch Füllkrug brach mit seiner Leistung ein und ist über die Stationen West Ham United und AC Mailand wieder in Bremen gelandet.

Lachnummer mit Boniface

Eine transferpolitische Lachnummer war wiederum die Leihe von Victor Boniface aus Leverkusen. Der Stürmer war 2025 zunächst auf dem Weg zur AC Mailand, fiel aber beim Medizincheck durch. Fritz, der mit dem Leverkusener Manager Simon Rolfes befreundet ist, vertraute den Verantwortlichen der Werkself und holte Boniface nach Bremen. Die Hoffnung auf einen Coup war groß, doch der Stürmer befand sich körperlich in erschreckender Verfassung und verletzte sich dann auch noch.

Die Jugendarbeit und Transferpolitik der Bremer wirkt unterdurchschnittlich und wird zur sportlichen und finanziellen Gefahr für den Klub. Auch wenn die Sommerverkäufe von Mio Backhaus, Coulibaly und Romano Schmid nun 40 Millionen Euro eingespielt haben. Dagegen stehen aber auch große Fehleinkäufe wie der von Samuel Mbangula (10 Mio / Juve / 2025) und Skelly Alvaro (5 Mio / OL / 2024), die nun zumindest per Leihe schon wieder weg sind.

Manager Fritz wirkt eben nicht immer auf Höhe der Zeit. Sein Fail mit den Leihgaben aus dem vergangenen Jahr brachte ebenfalls ganz Fußball-Deutschland zum Lachen (oder Weinen). Das Portal Transfermarkt musste ihn und seine Mitarbeiter darauf hinweisen, dass der Klub noch Leihspieler verpflichten konnte.

Werder hat viele verletzte Spieler

Auch fehlt Fritz offenbar die fachliche Tiefe und der Wille, jeden Stein im Klub umzudrehen, um wieder in die Erfolgsspur zu gelangen. Es ist kein Geheimnis, dass Werder jedes Jahr außergewöhnlich viele Spieler mit besonders schweren Verletzungen hat.

Dabei sind die Spieler keine Überperformer, sie glänzen nicht in den Laufleistungsstatistiken. Auch sind sie nicht überbelastet, sie müssen nicht im Europapokal antreten. Auch die Zahl der Nationalspieler hält sich in Grenzen. Sowohl im Staff für Veränderungen zu sorgen als auch die Infrastruktur zu hinterfragen, sind bei Fritz aber kaum erkennbar.

Und so bleibt als Fazit: Werder Bremen verkommt zur Lachnummer. Der nächste sportliche und finanzielle Absturz ist im vollen Gange. Die Trendwende ist wahrscheinlich möglich, wenn Werder den Manager austauscht oder der 45 Jahre alte Clemens Fritz selbst Verantwortung übernimmt und zurücktritt.

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