Von Adeyemi bis Woltemade: Diese DFB-Stars hat Klopp aussortiert

Bild: Alex Caparros/Getty Images
Jürgen Klopp hat 24 Spieler für den DFB-Lehrgang nominiert. Im Gegenzug hat der Bundestrainer harte Entscheidungen getroffen. Stars wie Karim Adeyemi, Deniz Undav und Nick Woltemade fehlen im Kader.
Waren es beim letzten Mal noch außergewöhnliche 44 Spieler für den DFB-Lehrgang, so nominierte Bundestrainer Jürgen Klopp dieses Mal den gewöhnlichen 24-Mann-starken Kader. Klopp musste eine Auswahl treffen, weshalb es aber auch zu überraschenden Nicht-Nominierungen kam.
Füllkrug sticht Woltemade aus
Zu den größten Namen, die nicht beim DFB-Kader dabei sind, zählt wohl Nick Woltemade. Der Stürmer ist derzeit auch bei Juventus Turin nur Ersatzspieler. Klopp bescheinigte Woltemade dennoch „eine eher gute Phase“, allerdings betonte er auch, dass die „Formstärke“ den Ausschlag für den Vorzug von Bremen-Routinier Niclas Füllkrug gab.
Thiaw statt Bisseck
Auf eine zweite Überraschung und einen möglichen Widerspruch in seiner Nominierungspraxis machte Klopp selbst aufmerksam. So steht Newcastle-Profi Malick Thiaw im Aufgebot, obwohl er derzeit bei den Engländern Ersatzspieler ist. Yann Bisseck kommt dagegen bei Inter Mailand regelmäßig zum Einsatz, ist aber nicht im DFB-Kader. Klopp hob die Qualität von Thiaw im Pressing hervor und dass dieser einen guten Eindruck beim letzten Lehrgang hinterlassen habe. Dennoch sei es erlaubt, zu diskutieren, warum Bisseck nicht dabei sei, räumte Klopp ein.
Beier fehlt wieder
Trotz aufsteigender Form ist auch Dortmunds Allrounder Maximilian Beier nicht von Klopp nominiert worden. Ist Beier kein Spielertyp für Klopp? Als Beier im September nicht nominiert wurde, sagte er bei Sky: „Ich hatte mit dem Trainer ein gutes Gespräch, ein offenes Gespräch. Er hat mir gesagt, warum ich nicht dabei bin und ja, es ist so. Es war ja nicht der letzte Lehrgang. Da kommen ja immer noch ein paar. (…) Er hat mir ein ehrliches Feedback gegeben, dass momentan meine Positionierung die eine oder andere Rolle spielt, aber daran kann ich arbeiten. Ich kann es ihm schwerer machen, indem ich einfach gut spiele und das ist jetzt mein Ziel.“
Adeyemi spielt spektakulär bei Barcelona
Ebenso fehlt ein Ex-Dortmunder im Kader: Karim Adeyemi. Der Flügelstürmer ist beim FC Barcelona in der Regel zwar Einwechselspieler, dennoch nutzte Adeyemi seine Zeit auf dem Feld für einige spektakuläre Tore und Vorlagen. Warum es dieses Mal nicht für eine Nominierung gereicht hat, bleibt öffentlich noch ungeklärt. Ein Blick auf den DFB-Kader zeigt aber, dass Klopp wohl eher mit Bayerns Lennart Karl auf der rechten Seite plant und mit Freiburgs Derry Scherhant auf dem linken Flügel. Klopp bezeichnete Scherhant als „die positive Überraschung“ des vergangenen Lehrgangs. Hinzu kommen Optionen mit Köln-Angreifer Said El Mala und Gladbach-Talent Wael Mohya.
Leipzig-Trio nicht dabei
Auch eine Überraschung dürfte sein, dass das Leipziger Abwehrduo David Raum und Ridle Baku fehlt. Klopp erwähnte zudem Benjamin Henrichs. Alle drei Leipziger hat Klopp im Blick, dennoch gibt er zum einen auf der rechten Außenverteidiger-Position Philipp Treu den Vorzug und zum anderen verriet Klopp, dass er bei diesem Lehrgang mit Stuttgarts Finn Jeltsch in der Abwehr etwas ausprobieren wolle.
Auch Führich fehlt
Abgesehen von Jeltsch ist der Stuttgart-Block deutlich dezimiert. Das hat mit Verletzungen zu tun (u. a. Josha Vagnoman und Angelo Stiller), aber auch mit einem nicht mehr berücksichtigten Spieler: Chris Führich. Der linke Flügelstürmer befindet sich dabei gar nicht in einem Formtief, doch Klopp sieht Scherhant und El Mala auf dieser Position eben vorne. Ebenso muss deshalb auf dieser Position Kevin Schade vom FC Brentford den Kürzeren ziehen. Er ist dieses Mal nicht dabei.
Fan-Liebling Undav muss wieder zuschauen
Auch hat es einen weiteren Stuttgarter im Angriff getroffen: Bei der WM 2026 noch Liebling der Fans, hat es für Deniz Undav wieder nicht für eine Nominierung bei Klopp gereicht. Allerdings steckte Undav auch über mehrere Wochen in einem Formtief, seitdem er Kapitän des VfB Stuttgart ist. Klopp betonte bei seiner Nominierung die Unverzichtbarkeit von Arsenal-Stürmer Kai Havertz, die Formstärke von Niclas Füllkrug und das unglaubliche Potenzial von Frankfurt-Youngster Younes Ebnoutalib.
Fest steht: Klopp heizt den Konkurrenzkampf im DFB-Team weiter an und bleibt zum Teil bewusst unberechenbar in seinen (Nicht-)Nominierungen.