Bundesliga

Tribünen-Crash und Hüpfverbot: Was ist los mit Deutschlands Fußball-Stadien?

Bild: Lars Baron/Getty Images

Deutschland war einst bekannt für prachtvolle, sichere und beeindruckende Stadien. Nun sind viele Spielstätten zu alt, zu klein, zu rückständig und teilweise sogar einsturzgefährdet.

Die sichersten, die komfortabelsten und die besten Stadien der Welt: Vor der WM 1974 und der WM 2006 galt Deutschland als Vorreiter im Stadionbau. Seit 2006 hat sich jedoch wenig getan, und Deutschland hat sich in diesem Bereich trotz der Heim-EM 2024 zurückentwickelt.

Verbot endet erst 2028

Zunächst gibt es extrem besorgniserregende Meldungen aus den vergangenen Tagen und Wochen. Zweitligist VfL Bochum sprach am Mittwoch ein offizielles „Hüpfverbot“ für seine Fans in der Ostkurve aus. Im Zuge der laufenden Umbauarbeiten des Stadions habe ein Gutachten ergeben, dass „durch gemeinsames, rhythmisches Hüpfen oder Springen, also synchronisierte Bewegungen vieler Menschen, ein sogenannter Trampolineffekt entstehen kann, der ein Unwohlsein hervorruft“, teilte der Verein mit.

Die Bauaufsichtsbehörde hat daher per Ordnungsverfügung ein „Hüpfverbot“ erlassen, das der VfL Bochum umsetzen muss. Wird diese Anordnung nicht eingehalten, droht im schlimmsten Fall eine komplette Sperrung der Ostkurve. Es bleibt abzuwarten, wie diese Kontrollen gegenüber den 10.000 Fans umgesetzt werden sollen. Erst mit dem Abschluss der Umbauarbeiten im Jahr 2028 kann die Mannschaft wieder im gewohnten Stil angefeuert werden.

Noch schlimmer erwischte es zuletzt den Bundesligisten Werder Bremen. Während der Umbauarbeiten im Sommer wurde ein Pfeiler beschädigt, woraufhin eine kleine Tribüne mit rund 500 Plätzen einstürzte. Zum Glück befanden sich zu diesem Zeitpunkt keine Personen vor Ort.

Generell sind Deutschlands Fußballstadien zu klein und teilweise marode. Oft fehlt das nötige Geld, oder strenge bürokratische Bestimmungen setzen enge Grenzen.

In Elversberg gibt es derzeit Klagen gegen den bereits begonnenen Ausbau des Stadions auf 15.000 Zuschauer. In Nürnberg sollte 2028 mit dem Bau eines neuen Stadions begonnen werden. Plötzlich erklärte die Kommunalpolitik jedoch, dass dafür kein Geld vorhanden sei – die Erklärung erfolgte rein zufällig erst nach den Kommunalwahlen im Frühjahr 2026.

BVB wird völlig abgehängt

Borussia Dortmund beklagt wiederum, wirtschaftlich nicht mit den großen Klubs in Europa mithalten zu können, kommt aber auch bei der Modernisierung seines alten, renovierungsbedürftigen Stadions nicht voran. Selbst der VfB Stuttgart erzielt mit seinem deutlich kleineren Stadion (60.000 im Vergleich zu 80.000 Plätzen) pro Saison rund 20 Millionen Euro mehr Ticketeinnahmen als der BVB.

Beim Zweitligisten Hertha BSC sehnt man sich als Alternative zum großen Olympiastadion nach einer modernen Spielstätte für rund 50.000 Zuschauer. Die Hertha ist sogar bereit, alles selbst zu finanzieren, um politische Widerstände zu vermeiden, doch seit Jahren wird stattdessen über unzählige Details in einer Endlosschleife diskutiert.

Dass es beim Stadionbau auch deutlich besser laufen kann, zeigen Orte wie Freiburg. Dort wurde in rund drei Jahren ein neues Stadion errichtet, wobei sich die Kosten auf moderate 75 Millionen Euro beliefen.

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