Sichere Pässe, wenig Wirkung: Nmechas schwieriger BVB-Nachmittag

Bild: Maryam Majd/Getty Images
Felix Nmecha soll Dortmunds Angriff beleben. Beim 0:0 gegen Union bleibt der Durchbruch aus. Die Spieldaten zeigen das Problem des BVB.
Borussia Dortmund hatte den Ball, aber zu selten die passende Idee. Beim 0:0 gegen Union Berlin blieb die Mannschaft von Niko Kovac offensiv vieles schuldig. Auch Felix Nmecha konnte dem Spiel aus dem zentralen Mittelfeld nicht die entscheidenden Impulse geben.
Viel Kontrolle, wenig Gefahr
61 Prozent Ballbesitz, aber nur zwei Abschlüsse auf das gegnerische Tor: Die Bundesliga-Spieldaten verdeutlichen, wie wenig Dortmund aus seiner Kontrolle machte. Der Wert der herausgespielten Torchancen lag bei lediglich 0,88 erwarteten Toren.
Diese Zahlen beschreiben zunächst ein Mannschaftsproblem. Für Nmecha und Nebenmann Jobe Bellingham bedeutete die kompakte Berliner Defensive allerdings eine besondere Aufgabe: Sie mussten im Zentrum Wege finden, um Dortmunds Angreifer besser einzubinden.
Dabei war Nmechas Passspiel keineswegs durchgehend unsauber. Seine positive Passeffizienz von 1,5 zeigt, dass mehr seiner Zuspiele ankamen, als anhand ihrer Schwierigkeit statistisch zu erwarten gewesen wäre. Unter den Dortmundern lag er damit hinter Julian Ryerson und Ethan Nwaneri auf Rang drei.
Nmechas Zuspiele bringen zu wenig Ertrag
Der Wert misst jedoch die Erfolgsquote der Zuspiele im Verhältnis zur Erwartung und nicht, wie gefährlich daraus entstehende Angriffe werden. Gegen Union gelang es Dortmund zu selten, aus erfolgreichen Pässen auch gute Abschlusspositionen zu entwickeln. Seine Ballsicherheit half dem BVB, den Ball in den eigenen Reihen zu halten. Den entscheidenden Unterschied im Angriff konnte er damit nicht herstellen.
Die Nullnummer allein dem Nationalspieler anzulasten, würde zu kurz greifen. Dortmunds Offensive fand insgesamt zu selten zusammen. Als Verbindungsspieler im Zentrum konnte Nmecha aber auch keine Lösung liefern, die das festgefahrene Spiel entscheidend verändert hätte.