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Nach El-Mala-Farce: Sind Kessler und Steidten ihrer Aufgabe nicht gewachsen?

Bild: Christof Koepsel/Getty Images

Der 1. FC Köln zeigt in den Verhandlungen mit Borussia Dortmund keinen guten Eindruck. Am Ende platzte der Deal um Said El Mala. Waren die Kölner Verantwortlichen der Herausforderung nicht gewachsen?

Der 1. FC Köln spielt nun im zweiten Jahr in Folge in der Bundesliga. Das kann als Erfolg gewertet werden. Ob die Verantwortlichen Thomas Kessler und Tim Steidten aber Bundesliga-Niveau besitzen, darf man spätestens nach der El-Mala-Farce bezweifeln.

Zur Erinnerung: Thomas Kessler (Bild) ist einer der vielen sogenannten „Glücksritter“ in der Bundesliga. 2021 wurde Manager Horst Heldt beim 1. FC Köln entlassen, und Kessler rückte plötzlich nach.

Baumgart als Glücksfall für den 1. FC Köln

Seine Arbeit als „Leiter Lizenzbereich“ erledigte er mäßig. Der noch von Horst Heldt verpflichtete Coach Steffen Baumgart sorgte jedoch für einen Aufschwung in Köln und überdeckte Kesslers Unerfahrenheit.

2024 stieg Köln allerdings wieder in die 2. Bundesliga ab. Als der Wiederaufstieg 2025 auf der Kippe stand, gab es eine hektische Trainerentlassung. Mit der Zwischenlösung Friedhelm Funkel klappte es aber nochmal.

Daraufhin erhielt Kessler die Beförderung zum Sportdirektor, Anfang 2026 sogar zum Geschäftsführer Sport. Bei der Trainerwahl mit Lukas Kwasniok 2025/26 lag er jedoch völlig daneben. Auch Kwasnioks Nachfolger René Wagner gilt bereits als Wackelkandidat.

Steidten ist bei West Ham gescheitert

Tim Steidten wiederum ist seit März 2026 Kaderplaner des 1. FC Köln. Nach Stationen bei Werder Bremen und Bayer 04 Leverkusen sammelte er als Technischer Direktor bei West Ham United zwischen Juli 2023 und Februar 2025 internationale Erfahrung.

Das hat zur Folge, dass der 1. FC Köln dank seiner Kontakte derzeit eine Art Weltauswahl zusammenstellt. Das kann Vor- und Nachteile haben. Was selten offen angesprochen wird: Steidten ist bei West Ham gescheitert. Er legte die Grundlage dafür, dass der Verein nun in der zweiten Liga spielt. Dazu zählt auch die völlig überteuerte Verpflichtung von Niclas Füllkrug für 27 Millionen Euro.

Nun wirkt es so, als agierten Kessler und Steidten über ihren Verhältnissen. Denn die Transfersaga um El Mala ist kein Ruhmesblatt für sie. Zunächst wurde das ehrliche und hartnäckige Werben von Brighton & Hove Albion kaum erwidert. Dann war man sich eigentlich mit dem FC Brentford einig, doch laut öffentlicher Darstellung ließ die Mutter von Said El Mala, die zugleich die Beraterin ihres Sohnes ist, in letzter Minute den Deal platzen. Da stellt sich die Frage, warum die beiden Kölner Verantwortlichen nicht schon Wochen zuvor Zweifel bei der Familie El Mala bemerkten.

Köln und Dortmund besitzen Fan-Freundschaft

Und nun die Farce mit Borussia Dortmund. Vier Angebote legte Dortmund vor, viermal lehnte Köln ab. Vor allem das letzte Angebot entsprach in etwa den Vorstellungen der Kölner, nämlich eine Ablösesumme von 50 Millionen Euro zu erreichen. Neben dem Basisbetrag von 46 Millionen Euro wären laut Bild noch Boni bis zu 52 Millionen Euro möglich gewesen.

Man bekommt den Eindruck, dass die Kölner Verantwortlichen glauben, El Mala werde den Effzeh nun in den Europapokal schießen und dadurch Nationalspieler. Folglich könnte er 2027 einen Wert von 70 bis 80 Millionen Euro erreichen. Schließlich wechselte Nick Woltemade nach einer Saison beim VfB Stuttgart und mit Nationalspielerstatus ebenfalls für diese Summe nach England.

Die riskante Taktik kann aufgehen, allerdings darf man einen Topklub wie den BVB dabei nicht so vor den Kopf stoßen. Zumal die Fanlager beider Klubs befreundet sind, sich aber jetzt schon auf Social Media leicht anfeinden.

Der 1. FC Köln geht mit Kessler und Steidten jedenfalls ein hohes Risiko ein. Noch ist schwer einzuschätzen, ob beide Personalien dem Klub nachhaltig Erfolg bringen.

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