Musiala erklärt seine Zusammenbrüche – trotzdem bleiben Fragen

Bild: Christian Kaspar-Bartke/Getty Images
Jamal Musiala bricht erneut während eines Spiels zusammen. Auf Instagram macht der Bayern-Star nun die Hintergründe öffentlich. Doch es bleiben offene Fragen.
Jamal Musiala ist zweimal, innerhalb weniger Tage, auf dem Fußballplatz zusammengebrochen. Der Profi des FC Bayern München hat auf Instagram erklärt, dass bei ihm „temporär kurz auftretende, aber gut behandelbare Absencen“ disgnostiziert wurden.
Absencen sind eine meist gut behandelbare Form epileptischer Anfälle. Musiala betont, er befinde sich in ausgezeichneter medizinischer Behandlung und habe, mit Freigäbe der Ärzte, bewusst entschieden, weiterzumachen. Ein erhöhtes gesundheitliches Risiko sei demnach nicht vorhanden.
Der FC Bayern München wusste Bescheid
Kurz bevor Musiala seine offenen Worte mit den Fans teilte, äußerte sich bereits Max Eberl zu der Situaton: „Wir wussten und wissen Bescheid.“ Ein wichtiger Fakt, denn somit hat Bayern Musiala nicht in völliger Unkenntnis eingesetzt.
Trotzdem bleiben ein paar Fragen, denn eine medizinische Freigabe ist die eine Sache und Fußball spielen die andere. Der Platz ist kein kontrolliertes Umfeld. Spieler werfen sich in Zweikämpfe, fliegen in Kopfbälle, landen mit Wucht.
Warum nachgefragt werden darf
Was passiert, wenn eine kurze Absence genau in solch einem Moment zuschlägt? Über Musialas exakte medizinische Ausprägung weiß die Öffentlichkeit wenig. Die Frage bleibt erlaubt: Ist der Platz der beste Ort, um das zu beobachten?
Beim Heidenheim-Spiel war Musiala erst in der 61. eingewechselt worden. Schon wenige Minuten später musste er in der 69. Minute wieder vom Platz. Der Verein kannte zu diesem Zeitpunkt bereits den Vorfall gegen Leipzig, setzte Musiala aber erneut ein. Gestützt auf die ärztliche Freigabe.
Das lässt sich nachvollziehen, denn die behandelnden Fachärzte kennen seine Situation besser als jeder Außenstehende. Trotzdem wirft der zweite Zusammenbruch eine Frage auf.
Der kritische Punkt
Reicht eine einmalige Freigabe aus oder braucht es nach einem solchen Vorfall eine engmaschigere, wiederholte Beurteilung, bevor ein Spieler erneut ins Risiko geht? Im Profisport ist es kein Geheimnis, dass Freigaben und der Wille von Spielern, unbedingt weiterzumachen, mitunter über das aus rein gesundheitlicher Sicht Ratsame hinausgehen.
Es besteht ständiger Druck, dem Team und der eigenen Karriere nicht im Weg zu stehen. Fakt ist genause, dass eine abschließende Antwort sich von außen nicht geben lässt. Dafür fehlen zu viele medizinische Details.
Fazit
Deshalb wäre ein Vorwurf der Fahrlässigkeit zu ungenau. Die Fachärzte haben freigegeben, Bayern hat diese Freigabe respektiert. Aber die Vorfälle einfach abzuhaken, wäre genauso falsch.
Zweimal ist einer der wichtigsten Spieler Bayerns innerhalb weniger Tage zusammengebrochen. Es bleibt die Verantwortung, bei so etwas genau hinzuschauen. Und am Ende zählt, dass Musialas Gesundheit wichtiger ist als jedes Spiel.