WM 2026

Hatte Kult-Schiri Barton das richtige Niveau? Großer Zoff zwischen Deschamps und de la Fuente

Bild: Florencia Tan Jun/Getty Images

Frankreich scheidet bei der WM 2026 gegen Spanien aus und beklagt sich über die Leistung von Schiedsrichter Ivan Barton.

Spanien besiegt Frankreich im Halbfinale der WM 2026 überraschend deutlich mit 2:0. Kurz nach dem Schlusspfiff zeigte sich Frankreichs Trainer Didier Deschamps unerwartet empfindlich.

„Es gibt eine Frage“

Im ersten Interview nach der Niederlage brachte er die Schiedsrichterleistung zur Sprache. Zwar gratulierte er Spanien zum Sieg und erkannte an, dass der Gegner besser war, dennoch sagte Deschamps: „Es gibt eine Frage, auf die ich keine Antwort habe. Hat der Schiedsrichter das Niveau für ein WM-Halbfinale? Ich werde die Frage nicht beantworten.“ Gleichzeitig räumte er ein, dass der Schiedsrichter auch Entscheidungen zugunsten Frankreichs getroffen und das Spiel nicht entschieden habe.

Auf der Pressekonferenz legte der Weltmeister-Coach von 2018 nach: „Vor der Pause gab es einige Entscheidungen, die mehr als fragwürdig waren.“ Deschamps erklärte: „Mit dem vierten und fünften Offiziellen konnte ich normal sprechen. Sie haben einige Situationen genauso gesehen wie ich. Jetzt frage ich Sie – und möchte nicht wie ein schlechter Verlierer wirken: War der Schiedsrichter heute eines WM-Halbfinals würdig? Ich werde die Frage nicht beantworten.“

Andererseits betonte Deschamps auch das eigene Versagen im Halbfinale der WM 2026: „Wir hatten Schwächen und Fehler. Pässe, die zu Chancen führen sollten, kamen nicht an. Wir mussten akzeptieren, dass wir heute nicht gut waren. Wir waren schwach. Der Gegner hat uns an unserem Spiel gehindert, aber wir waren auch technisch nicht gut genug. Wir waren gezwungen zu verteidigen. Wir konnten ihnen nicht genug Probleme bereiten. Zuerst einmal war es unsere Schuld, ich will keine Ausreden suchen.“

Spaniens Luis de la Fuente wurde auf die Schiedsrichterkritik von Deschamps angesprochen. Der Europameister-Coach antwortete diplomatisch, setzte aber dennoch eine Spitze in Richtung Frankreich: „Wenn die Dinge nicht so laufen, wie wir sie uns vorstellen, findet man viele Gründe.“

De la Fuente ergänzte: „Ich hatte in der Vergangenheit auch schon Probleme mit Schiedsrichtern. Aber heute möchte ich nicht darüber sprechen.“

Barton wurde durch Spiel in Gruppenphase berühmt

Der eingesetzte Schiedsrichter war Ivan Barton aus El Salvador. Bekannt wurde er durch eine ungewöhnliche Durchsage zu einer Roten Karte gegen Paraguay in der Gruppenphase, die in den sozialen Medien große Aufmerksamkeit erhielt.

Seine Einteilung für das Halbfinale war kaum nachvollziehbar, da er kein Top-Niveau mitbringt. Dies zeigte sich auch im Halbfinale, etwa als er sein Freistoßspray vergaß, was keinen guten Eindruck hinterließ. Auch Spieler beider Mannschaften wirkten manchmal fragend und irritiert über Barton. Es gab einige umstrittene Foulentscheidungen und Unsicherheiten, wann eine Gelbe Karte angemessen war; Barton wirkte nicht immer konsequent.

Definitiv hat Barton das Spiel jedoch nicht in eine falsche Richtung gelenkt und keine gravierenden Fehlentscheidungen getroffen. Der Elfmeter für Spanien nach einem Foul von Digne an Yamal zum 1:0 war eindeutig. Insofern trifft Deschamps zwar einen richtigen Punkt mit der Frage nach dem Niveau des Schiedsrichters, aber wer ein Spiel so deutlich wie Frankreich verliert, sollte sich zunächst andere Fragen stellen.

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