Falsche Herangehensweise? Spielerfrau wettert gegen BuLi-Trainer

Bild: Stu Forster/Getty Images
Erneut schießt eine Spielerfrau gegen einen Trainer. Es geht um Karma und subtile Botschaften.
Mal wieder legt sich eine Spielerfrau mit einem Coach an. Im konkreten Fall geht es um Alicia Andrich, die Frau von Robert Andrich.
Vor rund zwei Wochen hat Trainer Carles Martínez, der neue Trainer von Bayer 04 Leverkusen, Robert Andrich als Kapitän abgesetzt und ihm wohl einen Vereinswechsel nahegelegt.
„Karma wird sich darum kümmern“
Daraufhin schrieb Alicia Andrich in einer Instagram-Story: „Que el karma se encargue.“ Übersetzt bedeutet der Satz etwa: „Das Karma wird sich darum kümmern.“
Da keine namentliche Erwähnung stattfand, konnte man nur spekulieren, ob Alicia Andrich Carles Martínez meinte, doch es wäre natürlich sehr naheliegend.
Robert Andrich ist bislang noch nicht gewechselt und musste am Samstag die 2:3-Niederlage von Leverkusen bei Aufsteiger SV Elversberg von der Bank aus verfolgen. Elversberg ging dabei blitzschnell mit 2:0 in Führung.
Alicia Andrich likt Post pro Elversberg
Der kicker postete während der Partie einen Instagram-Beitrag, um auf diese Sensation aufmerksam zu machen: „Lukas Petkov trägt sich in die Geschichtsbücher des 59. Bundesligisten ein und bringt diesen gegen Leverkusen in Führung. Und als wäre das nicht genug, legt Campbell gleich noch einen Treffer nach.“
Dabei war zu erkennen, dass Alicia Andrich diesen Instagram-Beitrag mit einem Like versah. War das schon das von ihr erhoffte Karma?
Jedenfalls zog Alicia Andrich erst am späten Samstagabend ihr Like zurück. Zufälligerweise korrigierte Trainer Martínez kurz zuvor seine Meinung über Robert Andrich in der Pressekonferenz nach der Niederlage. Möglicherweise könnte Andrich doch in Leverkusen bleiben, da Mittelfeldkonkurrent Exequiel Palacios zu Ipswich Town verkauft wurde.
Atanaes machte den Anfang
Dass manche Spielerfrauen öffentlich Partei für ihre Partner ergreifen, ist nichts Neues. Ein erstes Role Model dafür war Anara Atanes, die 2014 Didier Deschamps via X scharf kritisierte, weil dieser ihren Partner Samir Nasri nicht für Frankreich nominiert hatte.
In Deutschland kennt man wohl am besten die Aktionen von Lisa Müller 2018 gegen Niko Kovac („Geistesblitz“) und Loredana 2025 gegen Niko Kovac („Wie kann man Karim rausschicken?“). Das Verhalten mancher Spielerfrau und ihrer Partner ist dabei ein zweischneidiges Schwert.
In guten Zeiten nehmen in der Tendenz Spielerfrauen gerne Annehmlichkeiten mit. Lisa Müller machte zum Beispiel gemeinsam mit Thomas Müller Nudel-Werbung. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Werbespot ohne ihren berühmten Partner vom FC Bayern zustande gekommen wäre, erscheint gering.
In schlechten Zeiten werden einige Spielerfrauen dann quasi zu den Pressesprecherinnen ihrer Partner. Das kann einerseits sympathisch und ehrlich wirken, andererseits aber auch unprofessionell. Im Fall von Lisa Müller gab sogar der FC Bayern später eine offizielle Pressemitteilung heraus, um die Dinge geradezurücken.
Am besten wäre es jedoch, wenn die Profifußballer selbst in Krisenphasen offen ihre Gedanken äußern. Das tun sie meist nicht, weil damit Unannehmlichkeiten wie Geldstrafen verbunden sind. Wobei diese Geldstrafen oft eher Taschengeld für die Spieler sind, das sie mit Gehalt und Sponsoren in ein bis zwei Wochen verdienen.
Um das Einmischen der Partnerinnen in sportliche Belange zu vermeiden, wäre es am besten, wenn Profifußballer selbst wieder mehr Rückgrat zeigen. Legende Oliver Kahn würde wohl sagen: „Ihr braucht mehr Eier!“