„Das darf nicht mehr sein“: Hoeneß rechnet mit DFB-Team ab!

Bild: Alexander Hassenstein/Getty Images
Uli Hoeneß hat deutliche Kritik am Auftritt der deutschen Nationalmannschaft bei der WM geübt. Der Bayern-Ehrenpräsident fordert einen grundlegenden Mentalitätswechsel.
Für die Zukunft setzt der 74-Jährige große Hoffnungen auf Jürgen Klopp. Der neue Bundestrainer soll nach Ansicht von Hoeneß wieder mehr Disziplin in die Nationalmannschaft bringen. Gleichzeitig sieht der langjährige Bayern-Macher auch im deutschen Nachwuchs ein grundsätzliches Problem.
Hoeneß bezeichnet WM als „Betriebsausflug“
Hoeneß äußerte sich am Montagabend am Rande des SPORT BILD-Awards in Hamburg zur deutschen Nationalmannschaft. Dabei ließ er wenig Zweifel daran, was er vom Auftreten des DFB-Teams bei der WM hielt.
Wie die Bild berichtet, bezeichnete Hoeneß das Turnier der deutschen Mannschaft als „Betriebsausflug“. So dürfe es künftig nicht mehr laufen. Besonders störte den Bayern-Ehrenpräsidenten offenbar das Umfeld während des Turniers. Die Spieler müssten wieder bereit sein, für den Erfolg alles zu investieren. Den Eindruck eines gemeinsamen Familienausflugs mit Frauen und Kindern möchte Hoeneß bei einem großen Turnier künftig nicht mehr sehen.
Mit Jürgen Klopp verbindet er deshalb große Erwartungen. Hoeneß glaubt nicht, dass derartige Zustände unter dem neuen Bundestrainer möglich sein werden. Klopp werde seiner Ansicht nach wieder für mehr Disziplin sorgen.
Hoeneß fordert mehr Hunger im deutschen Fußball
Seine Kritik beschränkte Hoeneß allerdings nicht auf die Nationalmannschaft. Auch bei der Nachwuchsentwicklung sieht der 74-Jährige Handlungsbedarf.
Dabei erinnerte er an seine eigene Jugend, in der er nach der Schule regelmäßig bis in die Dunkelheit auf der Straße Fußball gespielt habe. Diese Form des täglichen und selbstverständlichen Fußballspielens gebe es heute kaum noch. Hoeneß sieht gerade im Wohlstand Deutschlands eine Gefahr für die Entwicklung junger Spieler. Talente aus Ländern wie Brasilien, Portugal oder Argentinien hätten häufig einen starken Antrieb, sich über den Fußball gesellschaftlich und wirtschaftlich nach oben zu arbeiten.
Aus Sicht des Bayern-Ehrenpräsidenten müsse deshalb auch in Deutschland wieder stärker vermittelt werden, dass Erfolg mit harter Arbeit verbunden ist. Eine Forderung, die Hoeneß ausdrücklich nicht nur auf den Fußball beschränkt.