Elf WM-Spieler fehlen: Klopp hält sein Versprechen vom Neuanfang

Bild: Alex Grimm/Getty Images
Jürgen Klopp startet als Bundestrainer und nominiert 16 neue Profis. Gleichzeitig fehlen elf WM-Starter. Mehr Neuanfang geht kaum.
Auch die zweite Pressekonferenz mit Jürgen Klopp hat viel Lob verdient. Der neue Bundestrainer hat verstanden, was seine Rolle ausmacht und bedeutet – und auch, wie er sie kommunikativ umzusetzen hat.
Klopp testet zahlreiche Spieler
Mit dem Amtsantritt von Klopp steht auch das Versprechen eines großen Neuanfangs in allen Bereichen, vor allem aber natürlich im Sportlichen. Klopp hat 16 neue Spieler in seinen XXL-Kader von 44 Mann nominiert, das ist schon ein Indiz dafür, dass der Erfolgscoach viel probieren will, auch wenn mancher Fan skeptisch bleibt.
Dennoch hätte Klopp es sich einfacher machen können, nämlich neben den ganzen Neulingen auch nahezu allen WM-Fahrern noch eine Chance zu geben.
Doch auch hier beweist der Bundestrainer, dass er wirklich einen Neuanfang will. Insgesamt sind elf WM-Starter nicht mehr dabei. Es gibt unterschiedliche Gründe, warum die Spieler fehlen, dennoch ist zu erkennen, dass Klopp Veränderung will.
Klopp verzichtet auf Baumann
Manuel Neuer ist nach der WM zurückgetreten, hier spielte Klopp noch keine Rolle. Bei Oliver Baumann sorgte dagegen Klopp für den Cut. Der Bundestrainer betonte nun, dass seine Nummer eins der erfahrene und genesene Keeper Marc-André ter Stegen ist.
Beim Rücktritt von Antonio Rüdiger, immerhin Verteidiger von Real Madrid, darf man davon ausgehen, dass Rüdiger und Klopp miteinander noch im Austausch waren, bevor Rüdiger erklärte, er wolle Platz für jüngere Spieler machen.
Auch bei Brightons Pascal Groß gab es schon Gerüchte über einen Rücktritt. Klopp nominierte ihn vorerst nicht. Ob der Ex-Dortmunder, der enorme Geschwindigkeitsdefizite besitzt, es noch einmal zurück ins DFB-Team schafft, darf bezweifelt werden.
Auch Sané fehlt
Viele Fans dürften wiederum erleichtert sein, dass Klopp ohne große Umschweife Leroy Sané vorerst nicht mehr nominiert. Mit 30 Jahren und als dienstältester Nationalspieler noch vor Joshua Kimmich dürfte die Tür zum DFB-Team für Sané zwar nicht komplett zu sein, aber als Ergänzungsspieler von Galatasaray Istanbul rechtfertigt die Leistung keinen Kaderplatz.
Klopp ist natürlich diplomatisch bemüht, keinen Spieler abzukanzeln. Dass Stürmer Deniz Undav nicht dabei ist, dürfte viele überrascht haben. Klopp erklärte es vorerst damit, dass Undav in Stuttgart erst wieder auf Touren kommen soll. Ähnliches gilt für Angreifer Jamie Leweling.
Sportlich absolut berechtigt ist das Fehlen von Leon Goretzka. Wer sich als Führungsspieler und Persönlichkeit darstellt, sich dann aber nicht traut, einen wichtigen Elfmeter im WM-Sechzehntelfinale zu schießen, darf für einen mutigen Neuanfang im DFB-Team nicht nominiert werden.
Da Goretzka nun lange brauchte, um einen neuen Verein zu finden (Aston Villa), und zudem im Training nochmals aussetzen musste, konnte das Fehlen von Goretzka diplomatisch gut begründet werden.
Leipzigs Youngster Assan Ouedraogo wäre dagegen sicher dabei, hätte er sich nicht erneut verletzt. Ähnliches gilt wohl für den angeschlagenen Angelo Stiller aus Stuttgart.
Beier steckt im Formtief
Im Formtief befindet sich darüber hinaus Dortmunds Maximilian Beier, was allerdings auch daran liegt, dass er in Dortmund zeitweise sogar in der Defensive eingesetzt wird. Bei Beier bleibt abzuwarten, ob er sich in Dortmund wieder einen Stammplatz erobern kann. Dann dürfte er in der Folge auch wieder für Klopp interessant werden.
Fest steht: Klopp hat sein Versprechen vom Neuanfang bei der Kaderpolitik gehalten. Nun bleibt abzuwarten, wie der Neuanfang wirklich aussieht, wenn der Ball rollt.