Tresoldi und Co: Schlägt Klopp bei Doppelstaatlern ein neues Kapitel auf?

Bild: Milos Bicanski/Getty Images
Zahlreiche Fußballprofis besitzen neben der deutschen Staatsbürgerschaft noch eine weitere. Das eröffnet auch in Sachen Nationalmannschaft neue Möglichkeiten.
Eine Zeit lang hat sich der DFB um Talente mit zwei Staatsbürgerschaften eher weniger gekümmert. Eine ganze Reihe an Spielern entschied sich deshalb am Ende dafür, für eine andere Nationalmannschaft aufzulaufen.
Juve-Star Yildiz ist in Bayern aufgewachsen
Länder wie die Türkei zum Beispiel machen dies nämlich ganz hervorragend, Spielern schon in jungen Jahren eine Perspektive im Verband aufzuzeigen. Unter anderem der gebürtige Regensburger Kenan Yildiz (Juventus Turin) ist dem DFB so durch die Lappen gegangen.
Kein Geheimnis ist es natürlich, dass Spieler, die durch ihre Eltern oder Großeltern mehrere Staatsbürgerschaften besitzen, sich meist nicht nur mit dem Herzen für eine Nationalmannschaft entscheiden. Ähnlich wie im Klub geht es auch in der Nationalmannschaft darum, welche sportlichen Ziele man erreichen kann, wie man dabei selbst eingebunden wird – und auch wie gegebenenfalls der Bekanntheitsgrad und dementsprechend die persönlichen Werbeeinnahmen steigen können.
Marokko wirbt um zwei Talente
Aktuell wurde zum Beispiel von Marokko versucht, die beiden in Deutschland aufgewachsenen Spieler Wael Mohya und Younes Ebnoutalib für die Nationalmannschaft zu gewinnen. Marokko ist anders als Deutschland eine titelreife Mannschaft, zudem findet die WM 2030 auch in Marokko statt, womöglich wird das Land auch das Finale austragen.
Schlägt nun der neue Bundestrainer Jürgen Klopp ein neues Kapitel bei den Doppelstaatlern auf? Erste Indizien sind zu erkennen. Ebnoutalib, der bei Eintracht Frankfurt hervorragend in die Saison gestartet ist, wurde für die Nationalmannschaft nominiert. Man kann davon ausgehen, dass der Stürmer bei den vier Länderspielen auch Einsatzminuten erhält.
Bekommt Tresoldi eine Chance?
Auch wird am Donnerstag bei der Verkündung des ersten Klopp-Aufgebots mit Spannung zu erwarten sein, ob auch Nicolo Tresoldi im Aufgebot sein wird. Der Deutsch-Italiener (Bild oben), der in der belgischen Liga Torschützenkönig wurde, verpasste nur knapp eine Nominierung zur WM 2026. Aus der Enttäuschung heraus könnte Tresoldi nun auch zu den Italienern gehen. Oder kommt Klopp ihnen mit einer Nominierung zuvor?
Ein weiterer Doppelstaatler ist der auf Hawaii geborene Noahkai Banks. Der Verteidiger des FC Augsburg spielte für die Jugendnationalmannschaften der USA, auch für die A-Nationalmannschaft wurde der 19-Jährige bereits nominiert. Weil Banks aber hofft, für Deutschland aufzulaufen, warten die USA nun ab, wie sich Jürgen Klopp im Fall Banks entscheidet.