Kölns Antwort auf die El-Mala-Falle

Bild: Christof Koepsel/Getty Images
Said El Mala bekam in Würzburg die volle Aufmerksamkeit. Davon profitierte Ísak Jóhannesson, den René Wagner bewusst näher an den Strafraum schiebt.
Der 1. FC Köln tat sich beim 2:1 gegen den Drittligisten lange schwer. Besonders El Mala wurde konsequent zugestellt und teilweise von zwei Gegenspielern verfolgt. Die entscheidenden Räume fand deshalb ein anderer: Jóhannesson rückte zweimal im richtigen Moment nach und drehte die Partie mit seinem Doppelpack.
Würzburg stellt El Mala kalt
Nach seiner Vertragsverlängerung und dem Wechsel auf die Rückennummer zehn stand El Mala beim ersten Pflichtspiel besonders im Fokus. Die Würzburger ließen dem Flügelspieler kaum Platz für seine Dribblings und stellten ihm regelmäßig einen zweiten Verteidiger entgegen.
„Man hat gesehen, dass er sich auch selber ein bisschen Druck gemacht hat“, erklärte Wagner gegenüber Come-on-FC. El Mala habe viele Aktionen erzwingen wollen, müsse aber lernen, mit der wachsenden Aufmerksamkeit der Gegner umzugehen.
Ganz aus dem Spiel nehmen ließ sich der 19-Jährige trotzdem nicht. Vor dem Ausgleich setzte er an der Seitenlinie nach, gewann den Ball und führte den folgenden Einwurf schnell aus. Über Marius Bülter und Ragnar Ache landete der Ball schließlich bei Jóhannesson.
Jóhannesson startet tiefer und landet im Strafraum
Jóhannesson begann neben Tom Krauß im zentralen Mittelfeld. Während Krauß überwiegend die Position hielt, durfte der Isländer deutlich häufiger nach vorne schieben. Dadurch musste Köln nicht ausschließlich darauf warten, dass El Mala oder Bülter im Eins-gegen-eins durchbrechen.
„Wir sehen Isak ein bisschen weiter vorne, dass er auch in der Box gefährlich werden kann“, erklärte Wagner auf der Vereinsseite des 1. FC Köln. In dieser Zwischenrolle fasse Jóhannesson immer besser Fuß. Sein Laufvolumen bezeichnete der Trainer als „einzigartig“.
Beide Treffer passten zu dieser Aufgabe. Beim 1:1 tauchte Jóhannesson hinter Ache im Strafraum auf und verwertete den Ball, den der Mittelstürmer nicht kontrollieren konnte. Das Siegtor leitete er auf der rechten Seite selbst ein, lief anschließend weiter und schloss nach dem Zuspiel von Linton Maina ab. Den Ablauf der beiden Szenen beschreibt der Geissblog.
Köln kann die Bewacher auseinanderziehen
Für den FC wird diese Rollenverteilung besonders gegen tief verteidigende Gegner wichtig. Ache bindet die Innenverteidiger, während El Mala auf dem Flügel häufig einen zweiten Gegenspieler anzieht. Bleibt Jóhannesson nur neben Krauß, kann der Gegner seine Abstände trotzdem eng halten.
Mit seinen Läufen in den Strafraum zwingt der Isländer jedoch einen Mittelfeldspieler dazu, ihm zu folgen. Passiert das nicht, kommt Jóhannesson selbst zum Abschluss. Rückt der Gegenspieler mit, entstehen vor der Abwehr oder neben El Mala neue Räume.
Krauß gibt dem FC dabei die notwendige Absicherung. Er kann hinter dem Ball bleiben, während Jóhannesson aus der Doppelsechs heraus nach vorne stößt. So beginnt der Isländer weiterhin im Mittelfeld, übernimmt im letzten Drittel aber zeitweise die Aufgaben eines zusätzlichen Zehners.