BundesligaEintracht Frankfurt

Krösche erklärt Eintracht-Dilemma – und deutet eigenes Versäumnis an

Bild: Alex Grimm/Getty Images

Eintracht Frankfurt befindet sich in einem taktischen Übergang. Das frühere Konterspiel funktioniert gegen tief stehende Gegner immer seltener, der angestrebte Ballbesitzfußball greift jedoch noch nicht wie erhofft.

Sportvorstand Markus Krösche hat im Gespräch mit 11FREUNDE die grundsätzlichen Probleme der Eintracht erklärt. Viele Gegner würden Frankfurt inzwischen als Topteam wahrnehmen und entsprechend defensiver auftreten. Dadurch fehlen der Eintracht die Räume, die sie für ihr lange erfolgreiches Umschaltspiel benötigt. Gleichzeitig gelang es in der vergangenen Saison häufig nicht, den vorhandenen Ballbesitz in gefährliche Angriffe umzuwandeln. Das Spiel wirkte teilweise langsam und ideenlos.

Krösche plant mit 15 verschiedenen Profilen

„Diesen Transformationsprozess haben wir nicht optimal geschafft“, räumte Krösche ein. Das habe einerseits mit der Herangehensweise, möglicherweise aber auch mit den vorhandenen Spielerprofilen zu tun gehabt. Bei der Zusammenstellung des Kaders denkt Krösche nach eigener Aussage nicht nur in elf Positionen. Stattdessen möchte die Eintracht insgesamt 15 unterschiedliche Profile besetzen, damit dem Trainer für verschiedene Gegner mehrere Lösungen zur Verfügung stehen.

So könne es für die Position des Rechtsverteidigers einerseits einen zuverlässigen Defensivspieler für Duelle mit starken Gegnern geben. Andererseits werde ein offensiverer Spielertyp benötigt, der mit Tempo, Kombinationen und Dribblings tief stehende Abwehrreihen überwinden kann. Ähnlich unterscheidet Krösche im zentralen Mittelfeld zwischen einem Balljäger und einem Box-to-Box-Spieler, der Raumgewinn erzeugen soll. Die Aufgabe des Trainers sei es anschließend, diese unterschiedlichen Fähigkeiten passend zum jeweiligen Spiel miteinander zu kombinieren.

Die Kaderplanung ist Teil des Problems

Krösches Erklärung zeigt jedoch auch ein Dilemma seiner eigenen Arbeit. Wenn der Eintracht gegen defensive Gegner Tempo, Kreativität oder Durchschlagskraft fehlen, war die Zusammenstellung der Profile in der vergangenen Saison offenbar nicht optimal ausbalanciert.

Der taktische Wandel allein erklärt daher nicht sämtliche Schwierigkeiten. Krösche stellt dem Trainer zwar unterschiedliche Werkzeuge zur Verfügung, trägt als Sportvorstand aber auch die Verantwortung dafür, ob die entscheidenden Fähigkeiten im Kader tatsächlich vorhanden sind. Die kommende Saison wird zeigen, ob die Eintracht aus dem unvollständigen Transformationsprozess gelernt hat und ihren Ballbesitz künftig effektiver nutzen kann.

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