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Gold, lila, silber: Warum die Trikots der BL-Klubs mehr und schriller werden

Bild: VfB Stuttgart / Twitter-Account

Das Geschäft mit den Fan-Trikots kennt auch in der Bundesliga offenbar keine Grenzen mehr. Die Hintergründe.

Es wird stets intensiv über die neuen Trikots der Bundesligaklubs diskutiert. Man kennt das vor allem vom FC Bayern, dessen Fans in der Südkurve regelmäßig auf die Barrikaden gehen und rote beziehungsweise rot-weiße Trikots fordern.

VfB und KSC bringen goldenes Trikot heraus

Derzeit ist auch die Aufregung in Baden-Württemberg und Dortmund groß. Der VfB Stuttgart präsentierte ein in Gold gehaltenes Ausweichtrikot. Wenige Tage zuvor stellte der Baden-Württemberg-Rivale Karlsruher SC ebenfalls ein goldenes Trikot vor.

Bei Borussia Dortmund wurde nun auf der Asienreise ein lilafarbenes Ausweichtrikot vorgestellt. Schon in der vergangenen Saison war ein silbernes Trikot ein großes Aufregerthema.

Zahlreiche Bundesligaklubs bringen auch gerne mal ein Sondertrikot zu einem bestimmten Anlass heraus, der FC Bayern zum Beispiel zur Oktoberfest-Zeit. Der FSV Mainz 05 setzt während des Karnevals auf ein neues Trikot.

Trikots en masse sind auf dem Markt

Heimtrikot, Europacuptrikot, Auswärtstrikot, Ausweichtrikot und Sondereditionstrikot: Es nimmt mit den Trikots Überhand. Meist ist der Aufreger die Farbgebung. Denn die Vereine verzichten dann oft auf die traditionellen Vereinsfarben. Gerne wird eine schöne PR-Geschichte angefügt. Die Stuttgarter erklären ihr goldenes Trikot nun damit, dass vor langer Zeit Gold in Bad Cannstatt ausgegraben wurde.

Man kennt es aber auch von der deutschen Nationalmannschaft. Das pinke EM-Trikot 2024 oder das blaue WM-Auswärtstrikot 2026 brachten Farbe ins Spiel, der historische Bezug war kaum bis gar nicht gegeben.

Abseits aller PR-Kampagnen geht es für die Bundesligaklubs in erster Linie natürlich ums Geldverdienen. Der Trikotverkauf gehört zu den größten Umsatzposten im Merchandisingbereich. Zwar versuchen Vereine und Ausrüster seit Jahren, die Umsätze kleinzureden, aber dann bräuchte man ja nicht immer mehr Trikots herauszubringen.

Denn genau das ist der Marketing-Mechanismus dahinter: Je mehr Trikots es gibt, desto mehr Geld fließt in die Kassen der Klubs. Bei Preisen von meist über hundert Euro für ein Trikot geht es um Millionensummen. Neuerdings kann man Trikots auch mit langen Ärmeln kaufen, dazu gibt es noch die Unterscheidung zwischen „Matchworn-Trikots“ und den gewöhnlichen Fan-Trikots.

Wenn man aber eben vier, fünf oder vielleicht sechs Trikots pro Saison herausbringt, kann man nicht immer die Vereinsfarben berücksichtigen. Man sucht dann Trendfarben. Die goldenen Trikots sind zum Beispiel im Trend, seit der FC Venedig damit weltweit einen Kassenschlager landete.

Auch die Farbe Lila (und wahlweise Rosa, gerne bei Torwarttrikots verwendet) gilt als sehr positiv besetzt. Nun kann man sich fragen: Wirkt das nicht alles übertrieben, wird der Bogen nicht zu weit gespannt?

Derzeit muss man diese Frage mit Nein beantworten. Denn anders als die Fans in der Kurve legen viele Anhänger keinen extremen Wert auf die traditionellen Vereinsfarben. Es gibt eine Klientel, die es bevorzugt, ein modisches Trikot zu tragen. Hinzu kommen die internationalen Fans auf der ganzen Welt, die zum Großteil eben das kaufen, was angeboten wird.

Und so ist auch das lilafarbene Trikot von Borussia Dortmund auf einem guten Weg, ein Kassenschlager zu werden. So schrill die Farbe des Trikots auch sein mag.

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