Fußball zum Einschlafen: Magath sieht DFB-Team am Tiefpunkt

Bild: Neil Baynes/Getty Images for DFB
Felix Magath sieht bei Spielphilosophie und Einstellung grundlegende Probleme im deutschen Fußball. Gleichzeitig hofft der 72-Jährige auf die Wende mit Jürgen Klopp.
Felix Magath wurde 1980 Europameister mit Deutschland sowie 1982 und 1986 Vize-Weltmeister. Über das Aus von Deutschland im Sechzehntelfinale der WM 2026 ist der 72-Jährige sehr enttäuscht. Als Ursache sieht er spielerische und taktische Mängel.
Magath: „Fast kein Spiel mehr über 90 Minuten gesehen“
Im Doppelpass von Sport1 zog Magath einen Vergleich zu Weltmeister Argentinien: „Die spielen leidenschaftlich. Fußball lebt von Zweikämpfen.“ Deutschland charakterisierte er dagegen konträr: „Dieses langweilige Ballgeschiebe, das die deutsche Nationalmannschaft zeigt, da schläft man doch ein! Ich habe fast kein Spiel mehr über 90 Minuten gesehen.“
Magath führte aus, dass der deutsche Fußball beim Versuch, die Spielweise zu verändern, gnadenlos gescheitert sei: „Wir hatten die Stärken immer ohne den Ball. Aber in den letzten Jahren haben wir versucht, unsere Stärken zu verändern. Wir wollten technisch und taktisch besser werden. Das hatte zur Konsequenz, dass wir zwei Mal in der Vorrunde und einmal im Sechzehntelfinale ausgeschieden sind.“
2010 galt DFB als Vorreiter
Steffen Freund, Europameister von 1996, fügte hinzu, dass ihm beim DFB Ordnung, Struktur und Reibung fehlen: „Um 2010 waren bei uns alle U-Mannschaften erfolgreich. Matthias Sammer war Sportdirektor, Jogi Löw hat die Nationalmannschaft mit Oliver Bierhoff geführt. Es gab eine positive Reibung und gleichzeitig eine Philosophie, die alle beim DFB gelebt haben. Daran konnten sich alle Spieler orientieren.“
Felix Magath ist dennoch zuversichtlich, dass sich das DFB-Team unter einem künftigen Bundestrainer Jürgen Klopp positiv verändern wird. „Auf alle Fälle wird die Stimmung eine andere sein“, kündigte Magath an: „Jürgen Klopp hat so viel Erfahrung, dass er von Beginn an allein durch seine Persönlichkeit neuen Schwung reinbringt.“ Klopp sei „sehr kommunikativ. Das ist ja das, was Julian Nagelsmann nicht war.“
Entsprechend befinde sich Deutschland mit diesem Wechsel auf der Trainerposition „auf dem richtigen Weg“, so Magath, der sich sicher zeigte, dass Deutschland bei der WM 2030 „wieder eine andere Rolle spielen“ werde.