Frust über kleines Finale, aber Tuchel und Deschamps haben es selbst verbockt

Bild: Jamie Squire/Getty Images
England und Frankreich ärgern sich, das kleine Finale der WM 2026 bestreiten zu müssen. Ihre Trainer haben es aber im Halbfinale selbst verschusselt.
Der Frust in England und Frankreich ist groß, nur das kleine Finale bei der WM 2026 zu bestreiten. Englands Trainer Thomas Tuchel und sein Kollege Didier Deschamps machen daraus keinen Hehl, wenn es um das Spiel um den dritten Platz bei der WM 2026 geht. Beide Trainer sollten jedoch ihre große Verantwortung in diesem Zusammenhang betonen.
England führte gegen Argentinien
England führte bis kurz vor Schluss gegen Argentinien mit 1:0, verlor dann das Halbfinale innerhalb weniger Minuten mit 1:2. In England sind sich nahezu alle Experten einig: Tuchel hat sich grob vercoacht.
Der Bayer wechselte zahlreiche Abwehrspieler in den letzten 20 Minuten ein und nahm dafür Torschütze Anthony Gordon vom Platz. Zudem ordnete er eine totale Abriegelung des Strafraums an.
Für Argentinien mit Superstar Lionel Messi war dies eine Einladung, die Engländer auseinanderzunehmen. Das Tragische: Tuchel hat in seiner Karriere bereits ähnliche Fehler begangen. Mit dem FC Bayern stand er im Halbfinale der Champions League 2024, nur wenige Minuten fehlten, um ins Endspiel einzuziehen. Auch damals tauschte Tuchel Angreifer gegen mehr Defensivspieler aus und ordnete eine Einigelung an. In den letzten Minuten kassierte der FC Bayern zwei Gegentore, Real zog ins Finale ein.
Tuchel sollte das Spiel um Platz drei deshalb ernstnehmen, nicht dass doch noch eine Lawine auf ihn zurollt und er seinen Job vor der EM 2028 in England verliert, wie es bereits einige Experten auf der Insel fordern.
Auch Frankreichs Didier Deschamps sollte jetzt kein Unschuldslamm spielen. Er hat zwar seit Herbst 2012 Großartiges für Frankreich geleistet, doch die Frage bleibt, ob der Weltmeister von 2018 in den letzten Jahren alles aus der französischen Nationalmannschaft herausgeholt hat.
Frankreich hat die besten Einzelspieler
Schließlich bieten die Franzosen die mit Abstand beste individuelle Qualität der Welt auf, kein Spanien oder Argentinien kann da mithalten.
Deschamps hat nun das EM-Halbfinale 2024, das Nations-League-Halbfinale 2025 und das WM-Halbfinale 2026 gegen Spanien jeweils deutlich verloren. Besonders beim erschreckenden 0:2 gegen Spanien nun fiel auf, dass die Mannschaft überhaupt nicht auf den Gegner vorbereitet war.
Zudem fehlte ein Plan B oder C. Das Team konnte in der Schlussphase nicht einmal zulegen. Deschamps ist hier an Grenzen gestoßen, er hat seine Stars ohne Plan im Stich gelassen. Daher ist es gut, dass er, nach rund 14 Jahren, nun von Zinedine Zidane abgelöst wird.