Wird Manuel Neuer zum „Bad Boy“ des DFB-Teams?

Manuel Neuer ist seit 2010 Deutschlands Nummer eins im Tor. Bild: Alexander Hassenstein/Getty Images
Alle Fans lieben Manuel Neuer? Lange ist es her, dass der Weltmeister von 2014 unumstritten war.
Beim DFB war Erleichterung spürbar. Die inszenierte Geschichte, wie Manuel Neuer nun doch sein Comeback für Deutschland feiert, wurde von Berichterstattern und Fans gut aufgenommen. Häufig wurden am Ende die sachlichen Argumente vorgebracht, Neuer habe diese unglaubliche Aura und sei immer noch der beste Torwart Deutschlands.
Gegen diese beiden Argumente hat kaum jemand etwas einzuwenden. Es geht jedoch weiterhin um die emotionale Komponente. Dabei ist die Lage nicht so eindeutig, wie man glaubt. Vielen Fußballfans in Deutschland geht die Ablösung von Oliver Baumann als Nummer eins im DFB-Team nach wie vor emotional nahe.
Baumann gewinnt Umfragen
Zuletzt führte die Bild-Zeitung eine Abstimmung dazu durch. Über 200.000 Fans nahmen teil, und der degradierte Oliver Baumann ging mit rund 67 Prozent als Sieger hervor. Auch eine große Abstimmung beim kicker gewann Baumann. Der Tenor: Er hätte nicht ersetzt werden dürfen.
Beim Länderspiel nun von Deutschland gegen Finnland gab es am Ende Sprechchöre der Fans für Oliver Baumann. Bisher konnte man dagegen keine Reaktion der deutschen Fans sehen, wenn Manuel Neuer am Ball ist, da der Keeper des FC Bayern aufgrund von Wadenproblemen geschont wird.
Das Szenario dürfte jedoch offensichtlich sein: Sobald Neuer bei der WM einen Fehler macht, wird er von vielen Berichterstattern und Fans hart kritisiert werden. Neuer muss aufpassen, dass er in den Endzügen seiner Karriere nicht zum „Bad Boy“ Deutschlands wird. Der Druck für den 40-Jährigen ist enorm hoch – und es ist ja nicht so, als hätte Deutschland mit dem Weltmeister von 2014 immer Erfolg gehabt. Mit einem nicht ganz fehlerfreien Neuer ist das DFB-Team bei den vergangenen beiden Weltmeisterschaften in der Vorrunde ausgeschieden.