Debatte um Lennart Karl: Mentaltrainer nimmt auch Bayern in die Pflicht

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Die öffentliche Kritik an Lennart Karl beschäftigt die Bayern. Sportmentaltrainer Andreas Bosch stellt dabei eine grundsätzliche Frage.
Die Diskussion um Lennart Karl hat längst den Fußballplatz verlassen. Neben den Leistungen des 18-Jährigen stehen auch sein Auftreten und seine Aktivitäten in den sozialen Medien im Fokus. Uli Hoeneß forderte mehr Demut, während Sportvorstand Max Eberl von kleineren Fehltritten und einem sportlichen Loch sprach. Karls Berater Michael Ballack kritisierte wiederum, dass Hoeneß den jungen Bayern-Profi öffentlich zur Zielscheibe mache.
Bosch hinterfragt den Umgang mit Kritik
Sportmentaltrainer Andreas Bosch verweist gegenüber Sport1 auf die Bedeutung der gewählten Ansprache. „Es macht einen erheblichen Unterschied, ob ich Kritik im persönlichen Gespräch äußere oder öffentlich vor einem Millionenpublikum“, erklärt der Vorsitzende des Deutschen Bundesverbandes Sportmentaltraining. Zusätzlicher öffentlicher Druck könne gerade bei jungen Spielern das Selbstvertrauen beeinträchtigen. Wer Kritik äußere, müsse deshalb auch hinterfragen, ob sie zur Entwicklung des Betroffenen beitrage.
Eine mögliche Reaktion auf solche Situationen ist der Wunsch, es den Kritikern zu beweisen. Bosch sieht darin allerdings keine tragfähige Dauerlösung. „Trotz kann kurzfristig Energie freisetzen. Aber dauerhaft ist das keine gute Grundlage“, sagt er. Wer sich ständig an den Erwartungen anderer abarbeite, könne den Fokus auf die eigene Leistung verlieren.
Die Verantwortung liegt für Bosch deshalb auch bei denjenigen, die sich öffentlich äußern. „Warum soll eigentlich immer nur der Spieler professionell reagieren müssen?“, fragt der Mentaltrainer. Auch Profis dürften Grenzen setzen und sich gegen Vorwürfe wehren, solange ihre Reaktion überlegt und nicht aus einer spontanen Emotion heraus erfolge.