11 aus 57: Ist das die Startelf von Klopp für die EM 2028?

Bild: Stuart Franklin/Getty Images
Jürgen Klopp will eine deutsche Nationalmannschaft aufbauen, die wieder um Titel mitspielt. Auf welche elf Spieler wird er dabei besonders setzen?
Jürgen Klopp ist der neue Bundestrainer. Am Freitag hielt er eine fulminante Rede bei seiner Antritts-Pressekonferenz in Frankfurt. Klopp will Deutschland bei großen Turnieren wieder zur Titelreife führen. Dabei betonte er, dass Deutschland sehr gute Spieler besitzt; er habe zunächst eine Liste von 57 deutschen Spielern zusammengestellt.
Das nächste große Ziel ist nun die Europameisterschaft 2028. Sie findet in Großbritannien und Irland statt. Für das Turnier will Klopp eine Startelf zusammenstellen, die intensiven und attraktiven Fußball bietet.
Wer könnten die elf Auserwählten von Klopp sein? Ein Vorschlag:
Tor: Loris Karius
Deutschland hat ein Torwartproblem. Die jüngere Garde hat sich bei Top-Vereinen noch nicht konstant bewiesen. Freiburgs Noah Atubolu sucht noch einen Verein in der Premier League, Bayerns Jonas Urbig kommt nur sporadisch beim FC Bayern zum Einsatz hinter Routinier Manuel Neuer. Auch hinter der älteren Torwart-Garde stehen Fragezeichen: Alexander Nübel zieht es in die Türkei, Marc-André ter Stegen ist oft verletzt, und Oliver Baumann wurde bei der WM 2026 degradiert. Jürgen Klopp kennt Loris Karius aus seiner Zeit beim FC Liverpool, gemeinsam erreichten sie das Finale der Champions League. Eine unglückliche Gehirnerschütterung während der Partie stoppte den Aufstieg von Karius an die Weltspitze. Doch der 33-Jährige hat sich zurückgekämpft und war maßgeblich am Aufstieg von Schalke 04 in die Bundesliga beteiligt. Mit starken Reflexen, großartiger Präsenz im Strafraum und einer ordnenden Hand für seine Vorderleute: Wenn Karius sein Niveau auch in der Bundesliga hält, kann Klopp das Torwartproblem für die EM mit Karius lösen.
Rechter Außenverteidiger: Rocco Reitz
Deutschland wollte sich mit Joshua Kimmich als rechtem Außenverteidiger bei der WM 2026 noch durchmogeln. Das Projekt scheiterte bekanntlich. Kimmich musste auf dieser Position spielen, weil es an Alternativen fehlte. Klopp wird sich etwas einfallen lassen müssen. Eine Idee: Rocco Reitz ist ein dynamischer und laufstarker Mittelfeldspieler. Es soll Klopp gewesen sein, der Reitz von Borussia Mönchengladbach zu RB Leipzig lockte. Nun könnte Klopp Reitz zum rechten Verteidiger umfunktionieren, bis sich ein geborener rechter Außenverteidiger aufdrängt.
Rechter Innenverteidiger: Jonathan Tah
Jonathan Tah verschoss den entscheidenden Elfmeter gegen Paraguay im Sechzehntelfinale der WM 2026. Doch im Vergleich zu Teamkollegen wie Leon Goretzka übernahm er überhaupt die Verantwortung, einen Elfmeter zu schießen. Seine Leistung bei der WM 2026 war durchwachsen, allerdings spielte Tah eine starke Saison beim FC Bayern. Hält Tah seine Form beim FC Bayern, gehört er weiterhin in die Startelf Deutschlands.
Linker Innenverteidiger: Nico Schlotterbeck
Was wäre wenn: Leider verletzte sich Nico Schlotterbeck im zweiten Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste. Schlotterbeck war auf dem Weg, Führungsspieler und Publikumsliebling im DFB-Team zu werden. Er ist zudem torgefährlich und spielt exzellente Diagonalbälle, die für überraschende Momente im Spiel sorgen können. Der Dortmunder dürfte bei Klopp weiter gesetzt sein.
Linker Außenverteidiger: Nathaniel Brown
Was fehlt Nathaniel Brown, um zu einem Weltklassespieler aufzusteigen? Erfahrung und ein Top-Klub. So zahlte Brown gegen Paraguay Lehrgeld vor dem 0:1, als er die Außenbahn ungedeckt ließ. Der Fehler dürfte ihm so schnell nicht mehr passieren. Zudem ist er nun von Eintracht Frankfurt zum FC Bayern gewechselt. Der Mann, der in der Champions League 2025/26 Superstar Lamine Yamal komplett ausschaltete, dürfte im DFB-Team schon bald zu einer festen Größe heranwachsen.
Defensives Mittelfeld: Felix Nmecha
Große Schussgewalt, extreme Passschärfe und ein starker Antritt: Felix Nmecha wird nachgesagt, dass er zu einem der besten Mittelfeldspieler der Welt aufsteigen kann. Es deutet viel darauf hin, dass er einen Wechsel von Borussia Dortmund in die Premier League anstrebt. Dort kann sich Nmecha konstant auf Top-Niveau mit den besten Spielern der Welt messen. Klopp wird den in England ausgebildeten Nmecha zu schätzen wissen.
Defensives Mittelfeld: Joshua Kimmich
Experten wie Dietmar Hamann fordern den Rücktritt von Joshua Kimmich aus der Nationalmannschaft. Allerdings musste Kimmich im DFB-Team oft als rechter Außenverteidiger spielen. Der Kapitän Deutschlands hat es verdient, auf seiner Paradeposition im Mittelfeld sich nochmals zu beweisen. Für die EM in England dürfte die Erfahrung Kimmichs zudem helfen, der dann wahrscheinlich der dienstälteste Nationalspieler im Kader wäre.
Rechter Flügel: Lennart Karl
Ähnlich wie bei Nico Schlotterbeck weiß man nicht, ob es Deutschland mit Lennart Karl auf der rechten Außenbahn besser ergangen wäre. Leider verletzte sich der Youngster des FC Bayern kurz vor der WM 2026. Doch Karl bringt alle Anlagen mit, um sich mit seinen Tempodribblings und seiner Torgefahr dauerhaft auf dem rechten Flügel zu etablieren.
Zehner: Florian Wirtz
Jamal Musiala hatte nun drei Turniere seine Chance, auf der Zehn seine ihm nachgesagte Weltklasse zu beweisen. In Ansätzen gelang das nur bei der EM 2024. Bei der WM 2026 blieb Musiala formschwach, weil er sich nicht rechtzeitig von einer langen Verletzungspause erholen konnte. Florian Wirtz wurde trotzdem auf den linken Flügel abgeschoben. Bayer 04 Leverkusen wurde aber überraschend Double-Sieger 2024 und spielte eine ansprechende Saison 2024/25, weil Wirtz als Zehner das Spiel bestimmte. Klopp weiß das und wird Wirtz wahrscheinlich auf seiner Lieblingsposition aufstellen.
Linker Flügel: Said El Mala
Unglaublicher Speed, brutale Abschlussstärke und robustes Zweikampfverhalten: Es zählt zu den sportlichen Todsünden von Julian Nagelsmann, den Kölner Angreifer nicht zur WM 2026 mitgenommen zu haben. El Mala hätte in seiner unnachahmlichen Art wahrscheinlich drei Paraguay-Verteidiger im Alleingang überlaufen. Zudem muss man wissen, dass El Mala eigentlich gelernter Mittelstürmer ist. Auf diese sportliche Waffe kann Jürgen Klopp für das DFB-Team nicht mehr verzichten.
Mittelstürmer: Nick Woltemade
Kai Havertz und die deutsche Nationalmannschaft: Beide werden sportlich nicht so recht warm miteinander. Für die Startelf braucht es deshalb eine Veränderung. Nick Woltemade, von dem Uli Hoeneß ein großer Fan ist, bringt alles mit, damit Deutschland auf der Mittelstürmer-Position neue Torgefahr ausstrahlt. Einzig seinen Klub Newcastle United, der ihn zum Mittelfeldspieler umschulen wollte (das ist kein Witz), muss Woltemade noch schnell verlassen. Dann kann Woltemade wieder, wie bereits in der WM-Qualifikation, zum Abschlussstürmer Nummer eins für Deutschland werden. Schließlich will Klopp Titel gewinnen.
Die mögliche Startelf von Deutschland bei der EM 2028 im Überblick:
Karius – Reitz, Tah, Schlotterbeck, Brown – Nmecha, Kimmich – Karl, Wirtz, El Mala – Woltemade
Was denkt Ihr: Auf welche Spieler wird Jürgen Klopp für das DFB-Team bauen?