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Rekordtrainer ohne Glanz? Warum Kovačs BVB-Verlängerung polarisiert

Bild: Christof Koepsel/Getty Images

Borussia Dortmund steht vor der Vertragsverlängerung mit Niko Kovač. Die Zahlen sprechen für den Coach, trotzdem gibt es weiter Diskussionen.

Nach Informationen der Bild sind sich Borussia Dortmund und Kovač über eine Verlängerung bereits einig, sein bis 2027 laufender Vertrag soll um zwei Jahre ausgedehnt werden. Die Unterschriften sollen im Oktober erfolgen.

Zuvor hatte Dortmund bereits die Verträge von Geschäftsführer Sport Lars Ricken bis 2030 sowie von Carsten Cramer und Thomas Treß verlängert. Laut Bild wollte Kovač seine Gespräche erst abschließen, wenn Rickens Zukunft geklärt ist.

Ricken hatte Kovač Anfang Februar 2025 als Nachfolger von Nuri Şahin geholt. Der Kroate übernahm den BVB auf Platz elf und führte ihn am Saisonende noch auf Rang vier und damit in die Champions League.

Kovač stellt BVB-Rekord auf

Bei seinem 50. Bundesliga-Spiel als BVB-Trainer kam Kovač auf 107 Punkte, mehr hatte kein Dortmunder Trainer zu diesem Zeitpunkt. Lucien Favre lag nach 50 Spielen bei 106, Thomas Tuchel bei 105 und Jürgen Klopp bei 86 Punkten.

Auch sein Punkteschnitt von 2,14 ist Vereinsrekord, allerdings über einen deutlich kürzeren Zeitraum. Tuchel kam über seine gesamte Amtszeit auf 2,09, Favre auf 2,08 und Klopp nach 238 Bundesliga-Spielen auf 1,91.

Kovač selbst blieb angesichts der Bestmarke gelassen. „Ich nehme die Blumen mit, aber mehr ist es nicht“, sagte er bei Sky.

Die Diskussion um die spielerische Entwicklung

Auch aktuell stimmen die Ergebnisse: Nach vier Spieltagen steht Dortmund mit vier Siegen und 9:2 Toren an der Tabellenspitze. Trotzdem ist Kovač nicht frei von Diskussionen, im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Mannschaft und Spielidee unter ihm weiterentwickeln.

Selbst Ricken wurde im Sommer trotz 73 Punkten und einer stabilen Saison mit der Debatte über die Attraktivität des Spiels konfrontiert. Kovač bittet in dieser Frage um Geduld und zog dazu im Frühjahr einen prominenten Vergleich.

„Auch Jürgen Klopp hat als Trainer hier damals drei Jahre bis zu seiner ersten Meisterschaft gebraucht“, sagte Kovač. Die Kritik lässt sich deshalb nicht einfach mit Ergebnissen beantworten, offen ist vor allem, ob sich die Entwicklung auch gegen die stärkeren Gegner zeigt.

Kontinuität als Argument

Für die Verlängerung spricht neben den Ergebnissen vor allem die gewachsene Kontinuität in der sportlichen Führung. Nach dem 1:0 in Stuttgart sprach Ricken zudem von einer gewachsenen Widerstandsfähigkeit der Mannschaft, die inzwischen auch spielerisch dominanter auftreten könne.

Mit zwei Jahren Laufzeit geht der BVB dabei ein überschaubares Risiko ein. Die Spitzenspiele dürften zeigen, ob am Ende die Kritiker oder die Zahlen recht behalten.

Ricken selbst hatte Kovač schon bei der Verlängerung 2025 den Rücken gestärkt. Damals lobte er, der BVB habe unter ihm „die Defensivarbeit stabilisiert, deutlich mehr Tore erzielt als zuvor und wieder attraktiven Fußball gespielt“.

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